Prokrastination: So gewinnst du den Kampf gegen die Aufschieberitis

Titelbild - Prokrastination

Prokrastination oder die Kunst, Dinge immer wieder zu verschieben. In Wirklichkeit ist es aber keine Kunst, sondern ein echter Fluch. Sobald du anfängst, Aufgaben auf die lange Bank zu schieben, trittst du in einen Teufelskreis ein, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt. Dieser Artikel soll dir zeigen, dass es auch anders gehen kann. Auch du kannst den Kampf gegen die Prokrastination gewinnen, und es ist einfacher, als du denkst!

Worauf wartest du? Erfahre jetzt, wie auch du es schaffen kannst.

Was bedeutet Prokrastination?

Du kannst mit dem ständigen Aufschieben ein für alle Mal aufhören. Um das zu erreichen, musst du jedoch zuerst etwas über deinen Erzfeind erfahren: die Prokrastination. Was ist Prokrastination eigentlich? Prokrastination bedeutet, Aufgaben von einem Tag auf den anderen zu verschieben, Dinge hinauszuzögern, Zeit zu verschwenden – und das ohne einen wirklichen Grund zu haben.

Diejenigen, die sich im Tunnel der Prokrastination verirren, tun dies nicht mit der Absicht, Zeit zu gewinnen. Vielmehr wollen sie einfach nicht tun, was sie tun sollten. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Natürlich lautet dieses Sprichwort etwas anders und sagt genau das Gegenteil aus. Eines ist jedoch klar: die Prokrastination führt nie zu etwas Gutem.

Die Prokrastination überwinden: 3 wichtige Schritte

Was lässt sich gegen das Monster namens Prokrastination tun? Ziel aller Betroffenen ist es, mit dem ständigen Aufschieben aufzuhören. Allerdings scheint dies ein durchaus schwieriges Unterfangen zu sein. Selbst wer mit den besten Absichten beginnt, findet sich nicht selten erneut beim Aufschieben wichtiger Dinge und dem Verschwenden von Zeit wieder.

Es gibt jedoch einige einfache Tricks, die uns bei unserer Mission helfen können, um die Prokrastination ein für alle Mal zu besiegen und aus unserem Leben zu verbannen.

1. Organisiere deine Arbeit

Katze vor LaptopDieser Punkt scheint zunächst banal, ist er aber nicht. Sehr oft ist die Prokrastination auf einen Mangel an Organisation zurückzuführen. Eine der effektivsten Wege zu mehr Organisation ist die Erstellung einer Liste der Dinge, die du erledigen musst. Dabei solltest du jede Aufgabe mit einer konkreten Frist versehen.

Achte darauf, dass die Fristen realistisch sind. Ansonsten riskierst du, dich mit einer nicht zu bewältigenden Liste und Dutzenden von Aufgaben zu konfrontieren, die in der vorgegebenen Zeit einfach nicht zu schaffen sind.

Damit würdest du nur einen gegenteiligen Effekt erzielen, Arbeit erneut aufschieben und Zeit für eine Liste investieren, die eigentlich nutzlos ist. Das Ergebnis: Du wirst erneut in alte Gewohnheiten verfallen und Opfer der Prokrastination werden.

2. Teile größere Aufgaben in kleine Aufgaben auf

Eine weitere Möglichkeit, mit dem Prokrastinieren aufzuhören, ist die Aufteilung deiner Arbeit in kleinere, überschaubare Teilaufgaben. Oft kann es beängstigend sein, eine Liste mit Aufgaben vor sich zu haben, die jeweils sehr viel Zeit erfordern. Auch das wird unweigerlich in die Prokrastination führen.

Die Aussicht, acht oder zehn Stunden an einem einzelnen Projekt zu arbeiten, ist für niemanden besonders reizvoll. Versuche also, einzelne Projekte in mehrere Teilaufgaben aufzuteilen.

Füge jede dieser Aufgaben deiner Liste hinzu. So könntest du statt einer achtstündigen Aufgabe jeweils acht einstündige Aufgaben haben. Das Erledigen einer Aufgabe nach der anderen wird deine Liste immer kürzer werden lassen und dir den Eindruck vermitteln, viel effizienter zu sein. Außerdem wird es einfacher sein, dich einer Aufgabe nach der anderen zu stellen, was dich bei deinem Kampf gegen die Prokrastination unterstützen wird.

3. Beginne mit den einfachsten Aufgaben

Sobald du deine Arbeit in mehrere Aufgaben aufgeteilt hast, empfiehlt es sich, mit den einfacheren Aufgaben zu beginnen.

Wenn dich die Prokrastination bereits lange plagt, kann es beängstigend sein, sich mit einer besonders anspruchsvollen ersten Aufgabe konfrontiert zu sehen. Die Wahrscheinlichkeit ist in diesem Fall groß, dass du erneut Zeit verschwenden und erneut Dinge auf die lange Bank schieben wirst. Beginne also mit den einfachsten, den kürzesten oder weniger aufwendigen Aufgaben.

Du wirst feststellen, dass die Bewältigung deiner ersten Aufgaben dir die Motivation gibt, weiterhin effizient zu arbeiten und die Prokrastination nachhaltig zu bekämpfen.

Das Hauptproblem, das oft Ursache für die berüchtigte Aufschieberitis ist, liegt in der Schwierigkeit, den ersten Schritt zu tun. Manchmal ist das jedoch alles, was es braucht. Sobald du den richtigen Schub und die richtige Motivation gefunden hast, wird die Prokrastination in weite Ferne rücken.

Prokrastination: Tricks, um der Aufschieberitis Einhalt zu gebieten

Die gerade vorgestellten Tricks sind großartige Ansatzpunkte, um die Prokrastination zu bekämpfen. Allerdings werden sie nicht ausreichen, um wirklich langfristig und nachhaltig erfolgreich in diesem Kampf zu sein. Hierfür müssen wir die Art und Weise, wie wir mit der Arbeit umgehen, unsere Denkweise und unsere Einstellung ändern. Denn eines ist sicher: die Prokrastination macht süchtig.

Und wie bei allen Dingen, die süchtig machen, bedarf die Befreiung davon einer gewissen mentalen Anstrengung. Schauen wir uns also an, mit welchen Tricks wir unseren Verstand dazu bringen, mit dem Prokrastinieren aufzuhören.

Erspare dir die Schuldzuweisungen

Okay, du hast es wieder getan. Du hast Zeit verschwendet und Dinge auf die lange Bank geschoben. Die Prokrastination lässt dich einfach nicht los. Was kannst du also tun?

In jedem Fall solltest du dir jetzt keine Vorwürfe machen und dich schuldig fühlen.  Schuld erzeugt nur mehr Stress, was dich nur mehr Zeit verschwenden lassen wird. Und das wird letztendlich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, in alte Muster zurückzufallen.

Du solltest jetzt tief durchatmen und die Sache akzeptieren. Sich selbst Vorwürfe zu machen ist unkonstruktiv – konzentriere dich besser auf das, was du zu tun hast. Versuche, mindestens eine der noch anstehenden Aufgaben zu erledigen.  Selbstmitleid ist oft nur ein weiterer Weg, Dinge hinauszuzögern, der dich direkt in den Strudel der Prokrastination führen wird. Versuche also, nicht in diese Falle zu tappen.

Versuche, positiv zu denken

Eine weitere wirkungsvolle Strategie gegen die Prokrastination ist es, positiv zu denken, und sich die Vorteile und den Nutzen jeder der zu erledigenden Aufgaben klar zu machen.

Achte darauf, den Nutzen deiner Arbeit nicht auf ein einziges Element zu reduzieren: das Geld. Natürlich ist Geld wichtig, als Motivationsfaktor oft jedoch eher suboptimal geeignet. Es kann produktiver sein, sich andere Vorteile vor Augen zu führen.

Denke daher darüber nach, wie eine Aufgabe zu deiner Weiterentwicklung beitragen kann. Konzentriere dich auf das, was du dadurch lernen wirst, oder sogar auf die Möglichkeit, mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten.

Belohne dich regelmäßig

Der Arbeitstag erscheint manchmal attraktiver, wenn wir wissen, dass uns am Ende etwas Besonderes erwartet: ein Abendessen in deinem Lieblingsrestaurant, ein Bier mit Freunden, ein guter Film oder eine fordernde Einheit im Fitnessstudio.

Indem du Belohnungen für deine Bemühungen festlegst, verwandelst du deinen Arbeitsalltag in eine angenehmere Erfahrung. Wenn du weißt, was dich am Ende des Tunnels erwartet, ist es viel einfacher, produktiv zu sein und die Dinge nicht stundenlang aufzuschieben.

Schluss mit der Prokrastination: Bewährte Techniken

Die Prokrastination führt nie zu etwas Gutem. Sie trägt sicher nicht dazu bei, dass du dich zufrieden und gelassen fühlst. Am Ende des Tages wird dich die Aufschieberitis müde und unzufrieden zurücklassen. Das Ergebnis: viel verschwendete Zeit und nicht erreichte Ziele. Bisher haben wir einige Tricks und Taktiken erklärt, mit deren Hilfe du die Prokrastination effektiv bekämpfen kannst.

Sehen wir uns nun spezifischere Techniken an, echte Übungen, mit denen du die ungeliebte Eigenschaft für immer hinter dir lassen kannst.

Newtons erstes Gesetz: ein Gegenmittel gegen Prokrastination

Eine der Hauptursachen der Prokrastination ist das Fehlen des richtigen Stimulus, um eine bestimmte Aufgabe zu beginnen.

Wenn du in der Schule im Physikunterricht aufgepasst hast, wirst du sicher schon einmal von den newtonschen Gesetzen gehört haben. Das erste newtonsche Gesetz, auch bekannt als Trägheitsprinzip, lautet wie folgt:

„Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmig geradlinigen Bewegung, sofern er nicht durch einwirkende Kräfte zur Änderung seines Zustands gezwungen wird.“

Du fragst dich jetzt vielleicht, wie das erste newtonsche Gesetz mit der Prokrastination zusammenhängt. Nun ist es so: Wenn man Dinge aufschiebt, also prokrastiniert, befindet man sich selbst in einem Zustand der Ruhe bzw. Trägheit. Wenn man dann aber anfängt, an einer Aufgabe zu arbeiten, ist man gezwungen, diesen Zustand zu ändern.

Wie wir bereits weiter oben erwähnt haben, muss man manchmal einfach anfangen. Beginne also mit deiner Aufgabe, um mit dem Prokrastinieren aufzuhören. Dabei musst du die Aufgabe nicht sofort erledigen. Das Wichtigste ist, sich zu ändern und den beschriebenen Zustand der Ruhe aufzugeben. Dieser erste Schub wird dir die Dynamik verleihen, deine Liste anzugehen und der Prokrastination aktiv entgegenzutreten.

Umsetzung in die Praxis

Um die Prinzipien des ersten newtonschen Gesetzes in die Praxis umzusetzen, ist es am besten, zunächst einen kleinen Teil der zu erledigenden Aufgabe anzugehen.

Die Idee dahinter ist, dass diese Aktion, egal wie klein sie auch sein mag, den notwendigen Impuls erzeugen kann, um dich in Bewegung zu versetzen und so das Aufschieben zu beenden.

Nehmen wir an, dein Ziel ist es, mit dem Prokrastinieren aufzuhören und jeden Morgen um 6 Uhr Joggen zu gehen. Jede Nacht schläfst du mit den besten Absichten und eingeschaltetem Handyalarm ein.

Wenn dann jedoch am nächsten Morgen der Wecker losgeht, erscheint der Gedanke an das Aufstehen, Anziehen und Joggen alles andere als attraktiv. Am Ende drehst du dich um, um noch ein paar Minuten zu schlafen.

Die Erklärung für dieses Verhalten ist relativ einfach: Du kannst dir nicht vorstellen, welche Vorteile das Laufen deinem Leben bringen könnte, weil du dich nur darauf konzentrierst, wie schwer es ist, damit anzufangen.

Warum sollte man anstelle dieses Teufelskreises nicht versuchen, einen Schritt nach dem anderen zu tun?

Versuche an den ersten Tagen einfach, beim Ertönen des Weckers nicht wieder einzuschlafen. Dann stehst du zu diesem Zeitpunkt auf – entweder um das Bett zu machen, Kaffee zu trinken oder zu duschen. Wenn du dich schließlich wach und selbstbewusst genug fühlst, ziehst du deine Laufschuhe an und gehst laufen.

Nach einem erfrischendem Lauf wirst du dich wahrscheinlich viel eher bereit fühlen, deinen Arbeitstag oder deinen Tag an der Uni zu beginnen. Außerdem wirst du so viel mehr Energie haben, dich auf die wirklich relevanten Aktivitäten und Aufgaben zu konzentrieren.

Die 5-Minuten-Technik für mehr Produktivität

Symbol für das erste newtonsche GesetzWie wir bereits erwähnt haben, gewinnt die Prokrastination oft an Stärke, weil uns bereits die Vorstellung, stundenlang an einer langweiligen oder uninteressanten Aufgabe arbeiten zu müssen, müde und gestresst macht.

In solchen Situationen finden wir oft Ausreden wie: „Ich weiß nicht, wie ich mir Zeit nehmen soll, das alles zu regeln“.

Anstatt sich der Prokrastination hinzugeben, um einfach nicht mit der Situation umgehen zu müssen, könntest du versuchen, nur fünf Minuten an dieser Aufgabe zu arbeiten.

Unsere nächste Strategie gegen Prokrastination zielt genau darauf ab und nennt sich daher auch die „5-Minuten-Technik“. Wie der Name schon sagt, geht es hierbei darum, fünf Minuten lang an einer bestimmten Aufgabe zu arbeiten.

Nur fünf Minuten. Klingt nach einem interessanten Angebot für echte Prokrastinatoren, oder?

Die 5-Minuten-Technik gestaltet sich dabei wie folgt:

Wann immer du mit einer sehr langen, sehr mühsamen oder sehr anstrengenden Aufgabe konfrontiert bist und die Aufschieberitis vermeiden möchtest, stellst du einen 5-minütigen Countdown auf deinem Smartphone ein. Dann widmest du dich der Aufgabe, bis der Timer abgelaufen ist.

Wenn die fünf Minuten abgelaufen sind, kannst du mit der Aufgabe fortfahren oder etwas anderes tun. Wiederhole den Vorgang einige Tage, bis alles fertig ist.

Das Beste an dieser Technik ist, dass sie dich nicht nur lehrt, wie man mit dem Prokrastinieren aufhört, sondern auch hilft, den Geist zu trainieren und Aufgaben schneller zu erledigen.

Außerdem ist es immer gut, sich daran zu erinnern, dass viele dieser anscheinend langweiligen oder beängstigenden Aufgaben, oft viel einfacher als ursprünglich gedacht sind.

Ich selbst hatte einmal eine Aufgabe vor mir, die zunächst ziemlich überwältigend erschien und die ich tagelang vor mir her geschoben hatte. Als ich es dann endgültig leid war und damit begann, stellte ich fest, dass sie viel interessanter war, als ich erwartet hatte. Dabei dachte ich mir dann: „Mensch, damit hättest du auch früher anfangen können.“

Wenn du dich also das nächste Mal mit einer solchen Aufgabe konfrontiert siehst, wirst du genau wissen, wie du damit umgehen musst.

Schluss mit Prokrastination: die 5-Sekunden-Regel

Prokrastination - Sanduhr mit rotem Sand

Gerade noch haben wir über 5 Minuten gesprochen und jetzt soll der Kampf gegen die Prokrastination in nur fünf Sekunden zu gewinnen sein? Wie soll das möglich sein? Was steckt dahinter?

Zunächst muss hierbei klargestellt werden, dass diese Technik nicht darauf basiert, nur fünf Sekunden lang an einer Aufgabe zu arbeiten.

Bei dieser Taktik geht es vielmehr darum, die Aufschieberitis innerhalb von nur fünf Sekunden zu beenden.

Die 5-Sekunden-Regel basiert auf einem soliden wissenschaftlichen Fundament und wurde 2017 von Mel Robbins entwickelt. Seitdem hat sie Millionen von Entrepreneuren auf der ganzen Welt geholfen.

Für Robbins basiert alles auf einem Akt des Mutes. Und weil Mut instinktiv ist, gibt er uns die Kraft, Entscheidungen in nur fünf Sekunden zu treffen.

Aber was hat das mit der Prokrastination zu tun?

Es gibt eine kraftvolle Verbindung zwischen dem menschlichen Gehirn und dem Instinkt. Wann immer wir eine zu erledigende Aufgabe identifizieren, führt unser Verstand all die Schritte auf, die durchgeführt werden müssen.

Die Prokrastination stellt genau diesen Stolperstein am Anfang des Weges dar, der uns daran hindert, die von unserem Gehirn festgelegten Schritte abzuarbeiten. An dieser Stelle kommt die 5-Sekunden-Regel ins Spiel.

Jedes Mal, wenn du nach einer Ausrede suchst, um eine Aufgabe nicht zu erledigen, startest du einen 5-Sekunden-Countdown. Wenn du bei 1 ankommst, fängst du an, das zu tun, was getan werden muss. Kein Zögern mehr, Schluss mit der Prokrastination!

Oftmals reicht dieses kurze Intervall von 5 Sekunden aus, um die Ausreden beiseite zu legen und die Motivation finden, nach der du die ganze Zeit gesucht hast.

Mit der Lego-Technik gegen die Prokrastination

Mit Lego gegen ProkrastinationDie überwiegende Mehrheit unserer Tipps zum Überwinden der Prokrastination konzentriert sich auf die Bedeutung des ersten Schrittes.

Wir haben aber auch darüber gesprochen, wie man die Aufschieberitis bekämpfen kann, indem man sich mit einer Aufgabe nach der anderen beschäftigt, anstatt zu versuchen, alles auf einen Schlag zu erledigen.

Vielleicht kannst du dir denken, in welchem Bereich diese Strategie ebenfalls Anwendung findet? Richtig, beim Zusammenbauen eines Lego-Bausatzes.

Vielleicht kannst du dich auch noch daran erinnern: Beim Anblick der unzähligen Lego-Bausteine war unsere erste Reaktion nicht selten Entmutigung, Angst oder Frustration.

Dann kam jedoch der Wille auf, diese Herausforderungen zu bewältigen. Anstatt zu zögern, begannen wir mit dem Aufbau – einen kleinen Legostein nach dem anderen.

Die Lego-Technik zur Beendigung der Prokrastination folgt genau den gleichen Schritten:

  1. Schreibe die Aufgabe, die erledigt werden muss, auf ein Blatt Papier.
  2. Teile die Aufgabe in Schritte auf.
  3. Bestimme einen Zeitrahmen für die Ausführung der einzelnen Schritte.

Durch die Aufteilung dieser einzelnen Aufgabe in verschiedene Phasen kann das überwältigende Gefühl vermieden werden, sich mit etwas sehr Komplexem befassen zu müssen. Gleichzeitig kann sichergestellt werden, dass alles innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens erledigt wird.

Durch die Aufteilung der Aufgabe in kleinere Schritte kannst du sie außerdem besser analysieren, ein umfassendes Verständnis dafür gewinnen und somit die effektivste Strategie für die Bearbeitung finden.

Prokrastination: Dinge, die Betroffene oft sagen

Versuche, dich an einen Moment zu erinnern, an dem du selbst Opfer der Prokrastination geworden bist. Vielleicht ein Projekt, das du einfach nicht beginnen konntest, eine Aufgabe, die du nicht erledigen konntest.

Versuche nun, dich daran zu erinnern, welche Gedanken du in diesem Moment hattest. Wahrscheinlich wirst du dich in einem der folgenden Zitate wiederfinden:

„Ich bin erschöpft, ich werde morgen loslegen.“

„Morgen werde ich motivierter sein, heute muss ich mich ausruhen.“

„Es ist zu spät, ich werde morgen anfangen.“

„Ich brauche den Zeitdruck, um gute Arbeit zu leisten.“

Eine Rechtfertigung für das Aufschieben zu finden, ist immer einfach: In solchen Momenten arbeitet der Verstand eines Prokrastinators ununterbrochen und stellt Dutzende von Ausreden zusammen, um seine Unfähigkeit zu handeln zu rechtfertigen.

Bei erfolgreichen Entrepreneuren lässt sich eine komplett entgegengesetzte Haltung beobachten. Für diese zweite Gruppe ist es wichtig, so schnell wie möglich zu handeln.

Für sie hat es keinen Sinn, etwas auf den nächsten Tag zu verschieben. Denn schon morgen könnte jemand anderes die eigene Idee übernommen haben oder einen strategischen Schachzug im Wettbewerb vollzogen haben. Prokrastination ist nichts für echte Entrepreneure, denn Träume und Ehrgeiz sind zu stark.

Wenn du also das nächste Mal das Gefühl hast, der Prokrastination zum Opfer zu fallen, dann wiederhole die folgenden Sätze:

„Warum auf morgen verschieben, was ich heute erledigen kann?“

„Ich bin müde, aber wenn ich jetzt nur ein wenig arbeite, habe ich morgen weniger zu tun.“

„Die Wahrheit ist, dass ich nie genug Zeit und nie wirklich Lust haben werde. Von daher sollte ich lieber gleich jetzt anfangen.“

„Morgen aufzuwachen, wird viel angenehmer sein, wenn ich weiß, dass die Aufgabe schon fast erledigt ist.“

Hast du den Unterschied zwischen den beiden Satzgruppen bemerkt? Wir hoffen, dass letztere Beispiele bei deinem nächsten Anfall von Prokrastination nützlich sein werden.

Tschüss Prokrastination, hallo Produktivität!

Wie kann ich das Prokrastinieren endgültig bezwingen?  Wie findet man die Motivation und die Bereitschaft, neue Projekte anzustoßen?

Wahrscheinlich hast du dir diese oder ähnliche Fragen schon ein paar Mal gestellt. Ebenfalls wahrscheinlich ist es, dass du den richtigen Weg noch nicht gefunden hast.

Die gute Nachricht ist, dass du damit nicht allein bist. Viele Menschen haben die Gewohnheit, Dinge auf die lange Bank zu schieben. Viele haben aber auch Wege gefunden, um diese Herausforderung zu überwinden.

Eine langfristige Änderung wird jedoch einzig und allein von dir selbst abhängen. Hier einige weitere praktische Schritte, die dir auf deinem Weg helfen können:

  1. Wann immer du in die Prokrastination zurückfällst, solltest du dich fragen, wie viel dich dieses Aufschieben kosten wird. Wie wird sich diese Verzögerung auf die Qualität deiner Arbeit auswirken?
  2. Stelle dir vor, wie dein Leben ganz ohne die Prokrastination aussehen würde. Wie würde sich deine Routine gestalten, wie wäre der Zustand deiner Ersparnisse, wie viel mehr Freizeit hättest du?
  3. Bevor du dich schuldig fühlst, solltest du versuchen, dir die Gründe für dein ständiges Aufschieben klar zu machen. Denke an die Ausreden, die du dir jedes Mal bei einem erneuten Anfall der Prokrastination einfallen lässt.
  4. Mache dir bewusst, dass diese Ausreden tatsächlich nur Ausreden sind. Sie werden von deinem Verstand als eine Möglichkeit geschaffen, schädliches und selbstzerstörerisches Verhalten zu rechtfertigen.
  5. Versuche, die oben aufgeführten motivierenden Sätze wie ein kleines Mantra immer wieder zu wiederholen.
  6. Warte nicht auf morgen: Versuche, ein wenig Mut und Motivation in dir zu finden, atme tief durch und mach dich an die Arbeit. Du kannst es schaffen!

Außerdem solltest du dir klar machen, dass ein Rückfall in die Prokrastination nicht bedeutet, dass du gescheitert bist. Einige Veränderungen dauern länger als andere, und jeder Mensch hat sein eigenes Tempo: Vergleiche dich nicht mit anderen und fokussiere dich einfach auf dich selbst und deine Entwicklung.

Verschiebe nicht auf morgen, was du heute kannst besorgen!

Unser Leitfaden für den Kampf gegen die Aufschieberitis ist fast vollständig. Wir müssen aber noch über einige sehr wichtige Dinge sprechen, wie z. B. das äußere Umfeld, deine Arbeits- oder Studienumgebung, die Geräusche um dich herum etc. – und wie du das alles schnell und effektiv optimieren kannst.

Ändere deine Umgebung

Frau im Café mit LaptopWenn deine Arbeits- oder Studienumgebung einer der Faktoren ist, die zur Prokrastination beitragen, empfiehlt sich ein Tapetenwechsel.

Oft ist es möglich, das Zögern bei der Arbeit mit ein paar Stunden in deinem Lieblingscafé, in deiner Bibliothek oder sogar durch den Umzug in einen anderen Raum deiner Wohnung zu bekämpfen.

Wenn ich z. B. nicht mehr an meinem Schreibtisch arbeiten kann, dann nehme ich meinen Laptop, mein Tagebuch und gehe in mein Lieblingscafé oder in die örtliche Bibliothek. Solch ein unkomplizierter Wechsel kann manchmal echte Wunder wirken.

Die perfekte Playlist

Die oben genannte Lösung eignet sich leider nur für Studenten, Entrepreneure oder Freiberufler, die relativ ortsunabhängig arbeiten können.

Was aber tun, wenn du dein Arbeitsumfeld nicht verlassen kannst und der Prokrastination trotzdem ein Schnippchen schlagen möchtest? Oder wenn du einfach nur den Antrieb suchst, um eine mühsame Aufgabe zu erledigen?

In diesen Fällen kann die perfekte Playlist echte Wunder wirken.

Vielleicht brauchst du auch etwas, um dich von deiner Umgebung abzulenken. Vielleicht musst du auch einfach nur etwas Langweiliges tun (wie z. B. deine Wohnung sauber machen), wofür du Ablenkung brauchst. In diesen Situationen kann die richtige Playlist genau das richtige Mittel sein, um die Prokrastination zu überwinden.

Wenn ich zum Beispiel zu Hause sauber machen muss, geht das nicht ohne den richtigen Soundtrack – schnelle, aufmunternde Musik, die die Zeit schneller vergehen lässt. Wenn ich arbeite, höre ich dagegen fast immer ruhige und instrumentale Lieder, ohne Gesang.

Mit solcher Musik kann ich alles um mich herum vergessen und mich auf das konzentrieren, was ich zu erledigen habe. Tipp: Schau einmal auf Spotify und YouTube; hier findest du viele passende Playlists und Compilations.

Arbeite nicht allein

Zusammenarbeit als Mittel gegen ProkrastinationWas kann man aber tun, wenn Musik bei der Arbeit nicht wirklich in Frage kommt, man aber trotzdem den Weg aus der Prokrastination finden möchte?

In diesem Fall kann eine gute Strategie darin bestehen, mit jemand anderem zusammenzuarbeiten oder gemeinsam zu lernen.

Die Überwindung der Prokrastination bedeutet nicht, dass man ein Roboter werden muss, der nur zum Arbeiten oder Lernen programmiert ist. Wir alle brauchen Pausen. Es ist einfach unmöglich, acht oder zehn Stunden lang ohne Unterbrechung zu arbeiten.

Die Aufschieberitis zu bezwingen bedeutet, 100 % zu geben, wenn es Zeit dafür ist. Die notwendigen Pausen sind dabei eine Art Belohnung und nicht mehr nur ein Trick, um Dinge auf die lange Bank zu schieben.

Wenn du nach einem alternativen Mittel gegen das Prokrastinieren suchst, könntest du probieren, mit jemand anderem zusammenzuarbeiten.

Mit einem disziplinierten und konzentrierten Partner fühlst du dich gleich viel motivierter (und schuldiger, wenn du mal wieder prokrastinierst). Darüber hinaus wirst du dir deine Pausen wirklich verdienen und sie dementsprechend viel mehr genießen können.

Der Kampf gegen die Prokrastination: Ablenkungen beseitigen

Die in diesem Beitrag aufgeführten Strategien können äußerst nützlich sein, um sich auf der Arbeit oder im Studium zu konzentrieren. Allerdings werden sie nichts nützen, sofern man nichts gegen die Ablenkungen unternimmt, die überall lauern.

Schalte dein Handy aus

Wenn du bei der Arbeit nicht auf dein Handy angewiesen bist, schalte es aus oder zumindest auf den lautlosen Modus. Am besten legst du es dann noch außer Reichweite ab.

Ohne das Handy kannst du die größten Versuchungen der modernen Prokrastination beseitigen: Social Media, das Internet, Spiele …

Vermeide auch, deine sozialen Netzwerke auf deinem Computer zu nutzen: Lösche deine Passwörter, deaktiviere Desktop-Benachrichtigungen und konzentriere dich ausschließlich auf die Aufgabe, die du zu erledigen hast

Eine Sache nach der anderen

Eine der Ursachen der Aufschieberitis ist es, sich von einer scheinbar endlosen Liste von Aufgaben überwältigen zu lassen. Vergiss die Listen, sie sind deine schlimmsten Feinde. Konzentriere dich auf eine Aufgabe nach der anderen und widme dich ganz dieser Aktivität.

Sobald du sie erfolgreich abgeschlossen hast, gönnst du dir eine kleine Belohnung und gehst zur nächsten Aktivität über. Immer mit der Ruhe und eins nach dem anderen.

Beseitige das, was nicht unbedingt notwendig ist

Ein geordneter Schreibtisch ist unerlässlich, um die Produktivität zu steigern und die Prokrastination zu bekämpfen. Genauso wichtig ist es, deinen Geist von allen unnötigen Gedanken zu befreien (was jedoch um einiges schwieriger ist). Deshalb ist es gut, mit deinem Arbeitsplatz zu beginnen:

Entferne alle unnötigen Papiere und Objekte, die störend sind oder deine Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten. Alles sollte auf Produktivität optimiert sein.

Danach arbeitest du an deiner inneren Haltung: Atme ein paar Mal tief durch, konzentriere dich auf deine Ziele, und visualisiere die Belohnungen, die dich am Ende des Tages erwarten.

Produktiver mit der Pomodoro-Technik

Zum Abschluss möchte ich dir noch meine Lieblingstechnik im Kampf gegen die Prokrastination vorstellen.

Die Pomodoro-Technik wurde von Francesco Cirillo entwickelt. Hiernach soll jede Aufgabe in Intervalle von 25 Minuten unterteilt werden, gefolgt von jeweils einer 5-minütigen Pause.

Der Name leitet sich aus dem italienischen Begriff für Tomate ab. Als Cirillo Student war, studierte er stets mit einem Timer in Form einer Tomate.

Die Ergebnisse von Cirillo waren so positiv, dass er bald begann, die Pomodoro-Technik zu verbreiten und Inhalte über die Technik im Internet und dann in Buchform zu veröffentlichen.

Die Pomodoro-Technik ist eine ausgezeichnete Lösung für Leute, die mit der Prokrastination zu kämpfen haben. Es fordert sie auf, sich nur während eines bestimmten Zeitintervalls auf eine Aufgabe zu konzentrieren – gefolgt von 5 Minuten Pause, in der man seine Batterien wieder aufladen kann.

Tipps gegen die Prokrastination: Fazit

Jetzt solltest du gut gerüstet sein, um den Kampf gegen die Prokrastination aka. Aufschieberitis aufzunehmen.

Obwohl alle hier aufgeführten Taktiken effizient sind und gute Ergebnisse erzielen, sollte man immer daran denken, dass wir alle unterschiedlich sind. Was für manche funktioniert, wird es für andere nicht tun. Von daher ist unsere Empfehlung, dass du sämtliche Techniken einmal ausprobierst und schaust, was dir wirklich hilft.

Mit ein wenig Geduld und Entschlossenheit kannst du das Prokrastinieren ein für alle Mal überwinden.

Viel Glück!

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