Digitale Nomaden: Die Welt bereisen und gleichzeitig Geld verdienen

Digital Nomad

Wolltest du schon immer die Welt bereisen, verschiedene Kulturen erleben und das Unbekannte erkunden? Als digitaler Nomade kannst du von überall auf der Welt arbeiten. Das Einzige, was du dafür brauchst, ist eine WLAN-Verbindung. Der nomadische Lebensstil kann ziemlich erfüllend sein. Glücklicherweise gibt es immer mehr digitale Nomaden Jobs, die ein ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen und so den Leuten die Chance geben, die Welt zu entdecken.

Wenn du die Art von Person bist, die ein Leben in Freiheit und voller Abenteuer führen möchte, kann dir dieser Artikel helfen, die Welt als digitaler Nomade zu bereisen und gleichzeitig sicherzustellen, dass du es nicht bereuen wirst.

Lass uns also direkt in das große Abenteuer einsteigen.

Digital Nomad Jobs

Was sind digitale Nomaden?

Digitale Nomaden sind Personen, die online arbeiten, während sie die Welt bereisen. Die meisten Menschen stellen sich einen digitalen Nomaden als jemanden vor, der an einem Strand auf seinem Laptop arbeitet. Das entspricht aber nicht wirklich der Wahrheit. Zunächst einmal würde es dir die Sonne wahrscheinlich schwer machen, überhaupt deinen Bildschirm zu sehen.

Digitale Nomaden streben mit ihrem Lebensstil nach der optimalen Work-Life-Balance. Im Lebensteil geht es darum, mehr Abenteuer, Spaß und Erfüllung in sein Leben zu bringen. Digitale Nomaden können dies tun, indem sie neue Länder erkunden, neue Kulturen erleben und einzigartige Menschen auf der ganzen Welt treffen. Der Arbeitsteil besteht darin, online zu arbeiten und sich idealerweise ein passives Einkommen aufzubauen, um auch weiterhin Abenteuer erleben und die Welt erkunden zu können.

Digital Nomad

Wie wird man digitaler Nomade?

Sicher hast du schon den einen oder anderen Artikel über das Phänomen der digitalen Nomaden gelesen und dir dabei die Frage gestellt, wie man das eigentlich schafft. Oberflächlich betrachtet mag es nach einer aufregenden, aber beängstigenden Erfahrung klingen. Wenn man jedoch die richtigen Werkzeuge und die richtige Einstellung hat, kann man es schaffen. Hier sind einige Schritte, die du vor dem Start deiner Reise als digitaler Nomade im Hinterkopf behalten solltest:

Schritt 1: Verzweiflung als Antrieb für den großen Schritt

Viele Menschen hassen ihre Arbeit. Wenn wir aber die Geschichten von digitalen Nomaden hören, lässt sich oft feststellen, dass sie ihren Job nicht hassen. Nein, sie hassen ihre Jobs wirklich sehr. Erstickt. Gefangen. Deprimiert. Dies sind nur einige der Beschreibungen, wie sich digitale Nomaden kurz vor ihrem großen Sprung oft fühlen. Es ist die extreme Notwendigkeit, eine drastische Veränderung in ihrem Leben vorzunehmen, die sie letztendlich zum nomadischen Lebensstil führt. Sie sind auf der Suche nach Freiheit. Das gibt ihnen den Antrieb, alles zu tun, um letztendlich erfolgreich zu sein. Es ist eine gewisse Art der Verzweiflung, die sie dazu bringt, alles auf eine Karte zu setzen. Ohne dieses Maß an Verzweiflung könnte es auch schwer werden, den Kurs für dein Online-Business von Anfang an auf Erfolg zu stellen. Es ist dieses dringende Bedürfnis, das alte Leben hinter sich zu lassen, das dich auch im Angesicht aller Herausforderungen motivieren wird, denen digitale Nomaden oft gegenüberstehen,

Schritt 2: Vorbereitungen für den nomadischen Lifestyle

Bevor du deinen Job kündigst und deine Taschen packst, musst du sicherstellen, dass dieser Schritt auch richtig für dich ist. In deinen Tagträumen ist der nomadische Lebensstil vielleicht perfekt für dich.Es hört sich alles so wunderbar an.  Digitalen Nomaden sehen sich aber nicht selten mit Burnout und Einsamkeit durch den von ihnen gewählten Lebensstil konfrontiert. Es ist einfach eine völlig andere Lebensweise. Und dabei ist es garantiert nicht das Heilmittel für alle deine Probleme. Du wirst viele wunderbare Momente erleben, aber auch einige unangenehme. All das ist Teil des Gesamtpakets als digitaler Nomade.

Der erste Schritt bei der Vorbereitung auf den nomadischen Lebensstil ist die Schaffung eines Nebeneinkommens. Oft bevorzugen digitale Nomaden passives Einkommen wie Dropshipping oder den Verkauf von Informationsprodukten. Es gibt aber auch digitale Nomaden, die als Freelancer arbeiten. Du kannst sogar digitale Nomaden Jobs finden, indem du nach Positionen suchst, bei denen du remote als Angestellter arbeiten kannst Außerdem solltest du zumindest so viel Geld angespart haben, um in einem Notfall für einige Zeit deine Grundkosten decken zu können. Diese Kosten variieren je nachdem, in welchem Land du dich niederlässt.

Der nächste Schritt besteht dann in einem Testlauf. Nimm dir ein oder zwei Wochen Urlaub. Während dieses Urlaubs solltest du an einen neuen Ort reisen. Im Gegensatz zu einem Standardurlaub, in dem du dich entspannst, wird dieser Urlaub etwas Arbeit von dir erfordern. Danach solltest du ehrlich reflektieren.

Konntest du während deines Aufenthalts produktiv sein? Hast du mit deinen Online-Projekten genug Geld verdient, um deine Rechnungen zu bezahlen? Sind irgendwelche Probleme aufgetreten? Beispielsweise haben einige digitale Nomaden Probleme, wenn sie Kreditkartenzahlungen in einem Land außerhalb des Landes verarbeiten, in dem die Kreditkarte registriert ist. So könntest du zum Beispiel eine inländische Kreditkarte besitzen aber Karten aus Indonesien verarbeiten und daraufhin wegen des Verdachts auf Betrug gesperrt werden. In der Folge kannst du dann vielleicht keine Zahlungen mehr verarbeiten.

Schritt 3: Ehrliche Bewertung: Ist das Leben als digitaler Nomade richtig für dich?

Das Ziel deines Testlaufs ist es, herauszufinden, ob der nomadische Lebensstil für dich geeignet ist. Du wirst damit auch klären können, ob du wirklich in die Fußstapfen anderer digitaler Nomaden treten möchtest oder es nur an der Zeit für einen neuen Job ist.

Wie hast du dich nach den zwei Wochen als digitaler Nomade gefühlt? Möchtest du es gern noch einmal machen? Gab es irgendwelche Dinge, auf die du dich besser vorbereiten wolltest? Oder hattest du das Gefühl, dass es nichts für dich war?

Denke daran, dass Testläufe nicht immer eine genaue Vorstellung davon vermitteln, wie es wirklich sein wird. Es wird viele erstaunliche Erkenntnisse geben, die sich in zwei Wochen einfach nicht bekommen lassen. Es wird aber auch einige unangenehme Hindernisse geben, die sich erst über einen längeren Zeitraum zeigen.

Digital Nomads

9 Tipps für digitale Nomaden, die die Welt bereisen wollen.

  • Beginne mit kürzeren Urlauben: Denke daran: Wenn du einen Testlauf mit einem kürzeren Urlaub machst, sollte der Schwerpunkt auf deiner Produktivität liegen, und nicht auf Entspannung. Mithilfe der Testläufe sollst du besser einschätzen können, ob du tatsächlich die Motivation hast, als digitaler Nomade zu arbeiten. Digitale Nomaden sind keine Vollzeitreisenden. Sie sind Teilzeitreisende und Teilzeitarbeiter.
  • Erarbeite dir ein stetiges Einkommen: Wir haben einen Artikel über Ideen zum Geldverdienen geschrieben, mit dessen Hilfe du dir vielleicht deine ersten Einnahmequellen erschließen kannst. Du kannst Jobs für digitale Nomaden aber auch auf Freelancer-Websites finden. Es gibt zwei Wege, Geld zu verdienen: passiv und aktiv. Passives Einkommen wäre ein Dropshipping-Geschäft, das nur ein paar Stunden Arbeit pro Tag erfordert. Aktiv wäre ein Job, bei dem du deine Zeit gegen Geld tauscht, so wie zum Beispiel freiberufliches Schreiben. Letztendlich liegt es an dir, wie viel Arbeit und damit Zeit du investieren möchtest.
  • Kontrolle über deine Finanzen und Versicherungen: Einer der größten Fehler, die ich nach meinem Übergang zum Dasein als Entrepreneur gemacht habe, drehte sich um Geld.   Du solltest daher von Anfang an sicherstellen, dass du mit den steuerlichen Aspekten in Bezug auf die Arbeit oder Führung eines Business im Ausland vertraut bist. Außerdem ist es ratsam, eine Versicherung für dein Unternehmen und dich selbst abzuschließen, während du im Ausland arbeitest. Achte auch darauf, dass du keine großen Schulden hast und über ein stabiles Einkommen verfügst, bevor du den Sprung wagst.
  • Übe das Leben aus dem Koffer: Viele digitale Nomaden führen ein Leben nach den Prinzipien des Minimalismus. Während deiner Reise um die Welt kannst du nicht dein gesamtes Hab und Gut mitbringen. Das wäre einerseits zu teuer und andererseits einfach unpraktisch. So nehmen viele digitale Nomaden nur das Wesentliche mit auf ihre Reise. Übe bereits zu Hause, aus dem Koffer zu leben. Packe alles, was du mitbringen möchtest, in einen Koffer oder Rucksack. Verwende dann mindestens zwei Monate lang nur die Dinge in deinem Koffer. Kannst du es durchziehen? Hast du geschummelt und zusätzliche Dinge hinzugefügt? Hast du etwas vermisst? Viele digitale Nomaden fühlen sich nach einer Weile erschöpft, wenn sie aus dem Koffer leben. Im Laufe der Zeit beginnen sie, bestimmte Outfits und Produkte zu vermissen, die sie vor ihrer Abreise hatten.
  • Tritt Gruppen mit Gleichgesinnten bei Digitale Nomaden sind oft mit Einsamkeit konfrontiert. Dem kannst du aber entgegenwirken, indem du dich in Facebook-Gruppen für digitale Nomaden anmeldest, Meetups besuchst oder Mitglied eines Coworking Space wirst. Du kannst auch lokalen Gruppen für digitale Nomaden in deiner Region beitreten, um von anderen digitalen Nomaden in deiner Nähe mehr über diesen besonderen Lebensstil zu erfahren.
  • Bleibe mehrere Monate an einem Ort: Der anstrengendste Teil des nomadischen Lebensstils ist das ständige Reisen. Oft ziehen es digitale Nomaden daher vor, längere Zeit an einem Ort zu verweilen. Bei deinem ersten Anlauf könntest du versuchen, einen Monat lang an einem Ort zu bleiben, um zu sehen, ob dir die Gegend gefällt. Dies gibt dir auch die Zeit, die Gegend kennenzulernen und festzustellen, ob du den nomadischen Lebensstil längerfristig verfolgen möchtest. Da du es gewohnt bist, dich an einem Ort zu befinden, ist diese Strategie der einfachste Übergang.
  • Erstelle einen Zeitplan: Während du dich als digitaler Nomade probierst, musst du herausfinden, wie du erfolgreich nebenbei Geld verdienen kannst. Solch ein Nebengeschäft hilft dir, länger zu reisen und die wichtigsten Dinge auf deiner To-do-Liste abzuhaken. Du solltest auch einen Zeitplan für dich erarbeiten. Bist du eher ein Morgenmensch oder eine Nachteule? Wie möchtest du deine Arbeit und das Reisen in Einklang bringen? Einige digitale Nomaden arbeiten z. B. zwei Wochen lang und nehmen sich dann zwei Wochen frei. Andere digitale Nomaden arbeiten täglich ein paar Stunden am Tag. Einige behandeln es wie einen ganz normalen Job im Ausland. Ihre Freizeit findet dabei meist am Abend oder Wochenende statt. Du musst einen Rhythmus finden, der am besten zu dir und deiner Arbeit passt. Und wenn dir dann doch einmal die finanziellen Mittel ausgehen sollten, musst du mehr Zeit in die Recherche nach Jobs für digitale Nomaden investieren.
  • Lerne wichtige geschäftlichen Fähigkeiten: Die Führung eines Business im Ausland erfordert verschiedene Fähigkeiten. Zunächst einmal musst du als digitaler Nomade in der Lage sein, dich an neue Umgebungen anzupassen. Dazu musst du wissen, wie man online Geld verdient. Wenn du als Freelancer tätig bist, ist die Selbstvermarktung eine der wichtigsten Fähigkeiten für deinen Erfolg als digitaler Nomade. Auch generelle Marketing-Skills sind ein Muss. Hast du die Fähigkeiten, die es braucht, um ein Business von unterwegs zu managen? Als digitaler Nomade wirst du ohne sie kaum auskommen.
  • Gehe mit dem Flow: Auf deinen Abenteuern als digitaler Nomade wirst du mit verschiedenen Hürden konfrontiert werden. Du solltest aber keine Angst vor dem Scheitern haben. Du hast das Zeug dazu, als digitaler Nomade erfolgreich zu sein. Und wenn du erkennst, dass es nicht das Richtige für dich ist, konntest du den nomadischen Lebensstil zumindest einmal erleben. Danach wirst du sicher einige spannende Geschichten zu erzählen haben. Du kannst deine Herausforderungen und Probleme auch mit anderen teilen und ihnen so Hilfestellung geben oder für Inspiration sorgen. Lerne auch, wie man nach ein paar schwierigen Tagen wieder triumphiert und zurück in die Erfolgsspur findet. Denke immer daran: Du bist stark genug, um mit jeder Herausforderung fertig zu werden.

Nomadic Lifestyle

Wie viel kostet es digitale Nomaden, die Welt zu bereisen?

Die Kosten für das Reisen als digitaler Nomade hängen von den Ländern ab, die du besuchst. Die günstigsten Reiseziele liegen innerhalb Südostasiens, darunter Thailand, Indonesien, Vietnam etc. Wenn du dich für Reisen in diese Länder entscheidest, profitierst du von niedrigen Lebenshaltungskosten und kannst weiterhin in Euro oder US-Dollar abrechnen. So kannst du einen angenehmen Lebensstil pflegen und hast wahrscheinlich am Ende des Monats trotzdem mehr Ersparnisse auf deinem Konto. Denke aber daran, dass du während deiner Arbeit im Ausland immer noch Steuern zahlen musst. Bei deinen Kalkulationen solltest du mindestens ein Drittel deines Einkommens für steuerliche Abgaben beiseite legen. Natürlich wird der genaue Beitrag darauf basieren, wie viel du letztendlich verdienst.

Wenn du dich länger an einem Ort aufhältst, wird das auf Dauer günstiger sein, als ständig zu reisen. Der Einkauf in lokalen Lebensmittelgeschäften anstelle von Restaurantbesuchen wird deine Kosten ebenfalls niedrig halten. Eine Wohnung zu mieten oder in einem Hostel zu nächtigen wird günstiger als ein Hotel sein. Auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel anstelle von einem Mietwagen oder Fahrten mit Uber wird deinen Geldbeutel schonen.

Insgesamt solltest du ein realistisches Budget aufstellen, das auf den Ländern basiert, in denen du gerne leben möchtest. Frage dich, in welchen Ländern du dir ein Leben auf der Grundlage deines Jobs leisten kannst. Entwickle dann einen Plan, um entweder mehr Geld zu verdienen oder alles nötige zu tun, um dein Budget einzuhalten. Die Welt zu bereisen muss nicht teuer sein. Es geht nicht darum, sich einen niemals endenden Luxusurlaub zu schaffen. Es geht darum, neue Länder durch die Augen der Einheimischen zu sehen, und so neue Perspektiven zu gewinnen.

Digital Nomad Jobs

9 digitale Nomaden Jobs für Menschen, die die Welt bereisen wollen

  1. Dropshipping: Verkaufe physische Produkte online, ohne selbst Inventar zu führen. In diesem Artikel findest du viele spannende Geschäftsideen für deinen Shop.
  2. Texten/Schreiben: Erstelle Inhalte für andere Marken und tausche deine Zeit gegen Geld.
  3. Blogging: Baue dir deine eigenen Inhalte auf und monetarisiere sie durch Anzeigen, Coaching oder Informationsprodukte.
  4. SEO-Optimierung: Hilf Unternehmen dabei, ihre Websites für die Suche zu optimieren.
  5. Affiliate Marketing: Generiere Traffic für die Produkte anderer Marken und verdiene dir bei jedem Kauf eine Provision.
  6. Website-Design: Verkaufe Website-Themes oder optimiere Websites für Blogger, Shop-Inhaber etc.
  7. E-Commerce-Aufgaben: Du kannst Inhabern von Onlineshops bei ihren Aufgaben helfen.
  8. Produktfotografie: Du kannst Fotos von Produkten in Umgebungen auf der ganzen Welt machen.
  9. Remote-Arbeit: Du kannst Webseiten wie CraigslistProBlogger oder Upwork nach solchen Job-Möglichkeiten durchsuchen.

Thailand

Die besten Länder für digitale Nomaden

Als digitaler Nomade ist die Entscheidung, wo man wohnen sollte, durchaus schwierig. Welchen Ort solltest du also wählen, wenn du so viele Möglichkeiten hast. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die bei dieser Entscheidung als digitaler Nomade zu berücksichtigen sind. Und die für dich wichtigen Faktoren können sich von denen unterscheiden, die andere Leute für entscheidend halten. Vielleicht haben einige Leute eine höhere Toleranz gegenüber Regentagen als andere, einige Leute brauchen einen Ort, an dem es ein aufregendes Nachtleben gibt, während andere nur ein Gefühl von Kleinstadt wollen. Hier ist eine Liste der Top-Länder, die am besten zu deinen Bedürfnissen als digitaler Nomade passen könnten.

  • Thailand
  • Indonesien
  • Spanien
  • Ungarn
  • Mexiko
  • USA
  • Vietnam
  • Malaysia
  • Deutschland
  • Portugal
  • Israel

10 digitale Nomaden teilen ihre Erfahrungen

Digital NomadKelly Chase, eine digitale Nomadin und digitale Strategin bei The Content Factory, teilt ihre Erfahrungen mit dem Leben als digitale Nomadin mit ihrer besten Freundin und Kollegin Kari DePhillips. Sie sagt: „Eine nachhaltige Work-Life-Balance kann schwierig sein, wenn man die ganze Zeit unterwegs ist. Auch wenn es natürlich Spaß macht, ist das Reisen sowohl physisch als auch emotional anstrengend. Dabei ist es leicht, sich von allem ablenken zu lassen, was es in einer neuen Stadt zu sehen gibt. Kari und ich haben bereits unzählige digitale Nomaden mit Burnout erlebt.

Einer der wichtigsten Faktoren für unseren Erfolg ist, dass wir dies bereits seit Jahren in kleineren Dosen tun. Wir wussten, worauf wir uns einließen. Wir verstanden von Anfang an, was für einen langfristigen Erfolg notwendig sein würde. Ich empfehle Menschen, die sich als digitale Nomaden probieren möchten, zuerst ein paar kleinere Reisen zu unternehmen. So kann man sehen, ob es einem wirklich gefällt und sich daran gewöhnen, mit den Anforderungen von Arbeit und Reisen zu jonglieren.

Es hilft auch wirklich, über einen längeren Zeitraum an einem Ort zu bleiben und nicht allzu viel zu reisen. Als Kari und ich anfingen, dachten wir, wir würden jeden Monat einen anderen Ort bereisen. Wir fanden aber schnell heraus, dass das nicht realistisch war und begannen, für mindestens 6-8 Wochen an einem Ort zu bleiben. Das reduziert nicht nur die Zeit, die man im Jetlag verbringt, sondern nimmt auch jede Menge Druck. Wenn man sich für ein paar Tage voll auf die Arbeit konzentrieren muss, ist es einfacher, konzentriert zu bleiben. Denn man weiß ja, dass man noch mehr Zeit zum Erkunden hat.“

Digital Nomad

Jeff Moriraty, Inhaber von Mothers Family Rings, erklärt: „Ich reise etwa 6 Monate im Jahr. Die Inspiration zum Reisen habe ich von meinem Vater. Als Gemmologe bereiste er die ganze Welt, was für mich als Kind immer unglaublich spannend war. Er brachte erstaunliche Dinge und Bilder zurück, was mich sehr neugierig auf die Welt da draußen machte. Bevor ich mit dem Reisen begann, stellte ich sicher, dass ich einen Job hatte, mit dessen Hilfe ich meinen Leidenschaften (wie dem Reisen) nachgehen konnte. Gleichzeitig sollte er mir aber auch genug Einkommen einbringen. So baute ich eine Erweiterung unseres Familienunternehmens auf, die komplett online läuft. Dies ermöglicht es mir, von überall aus zu arbeiten und Geld zu verdienen.

Ich habe nicht nur einen besonderen Moment, der mir bei meinen Reisen besonders in Erinnerung geblieben ist. Ich liebe es aber, mich zu verlaufen. Das klingt vielleicht seltsam. Man fühlt sich dabei außerhalb seines Elements, findet aber oft die erstaunlichsten Dinge.

Bis jetzt habe ich China, Japan, Thailand, Vietnam, Kambodscha, Indien, Nepal, Tibet, Ägypten, Honduras, Mexiko, Peru, Griechenland, Jordanien und viele andere Länder bereist. In Kürze werde ich wohl wieder weiterziehen und Israel besuchen.

Ich glaube nicht, dass der Lifestyle der digitalen Nomaden für jeden passend ist. Man muss sich auch ohne seine Familie und einen zentralen Ort wohlfühlen können, den man für längere Zeit sein Zuhause nennt. Wenn man diesen Lifestyle ausprobieren möchte, empfehle ich, klein anzufangen. Gehe für einen Monat weg. Hast du Fernweh bekommen? Versuche es dann mit zwei Monaten und mehr. So kannst du schauen, ob du wirklich bereit bist, ohne vorher alles aufzugeben.“

Digital Nomad Caleb Backe

Caleb Backe, ein Gesundheits- und Wellness-Experte bei Maple Holistics, sagt: „Ich wurde vor einiger Zeit zum digitalen Nomaden, nachdem mein digitales E-Commerce-Geschäft an Fahrt gewann. Seitdem ich die Entscheidung getroffen habe, war ich frei zu reisen, Innovationen voranzutreiben und Lücken sowie Chancen in Märkten auf der ganzen Welt zu finden.

Die ganze Idee des Internets ist es, Menschen aus der ganzen Welt zu verbinden. Indem man von einem Land in ein anderes reist, erhält man eine realistischere Vorstellung davon, wie die lokale Kultur aussieht, welche Märkte oder Produkte dort wahrscheinlich erfolgreich sind und wie man seine Marke oder Dienstleistung in der Region effektiv vermarkten kann. Die Erfahrung aus erster Hand ist immer die beste. Kein Skype-Anruf und kein E-Mail-Verteiler kommt dem nahe.

Ich verbringe die meiste Zeit damit, durch Teile Asiens zu reisen, da dort die überwiegende Mehrheit meiner Lieferanten ihren Sitz hat. Persönlich Zeit mit Lieferanten zu verbringen ist für mich ein guter Weg, um sicherzustellen, dass ich die besten Qualitätsprodukte zu einem fairen Preis bekomme und mehr Verhandlungsspielraum habe. Denn der Aufbau einer professionellen Beziehung über das Internet hinaus erzeugt tendenziell mehr Vertrauen.

Während ich diesen Lebensstil wirklich liebe (es hat mir erlaubt, Zeit zurückzugewinnen und zu genießen, während ich Kosten minimiere), würde ich ihn nicht jedem empfehlen. Sofern man sich nicht bereits ein finanzielles Polster für Notfälle geschaffen oder ein stabiles Geschäft aufgebaut hat, kann der nomadische Lebensstil evtl. eine zu große Herausforderung darstellen. Es erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Ein Leben wie im Urlaub und der Versuch, gleichzeitig zu arbeiten – diesen Balanceakt zu meistern, ist gar nicht so einfach.

Mein Rat für diejenigen, die sich auf diese Art des Lebens einlassen möchten, ist es, es langsam angehen zu lassen. Mache Urlaub, bevor du dich auf den Weg machst. So bekommst du direkt zu Anfang dieses Verlangen, einfach einmal nichts zu tun, direkt aus deinem System. Für mich gilt, dass ich viel effektiver bei meiner Arbeit bin, sobald ich meinen Groove gefunden habe. Je nach Persönlichkeitstyp kann das früher oder etwas später kommen. Solange du aber eine stabile Basis hast oder sicherstellen kannst, dass du genügend Einkommen hast, um in der Zwischenzeit zu überleben, sollte es passen.“

Ryan O’Connor, Inhaber von One Tribe Apparel schildert seinen persönlichen Werdegang so: „Von 16 bis 24 Jahren war ich in einer Band und hoffte, so die Welt zu bereisen. Als es mit der Band zu Ende ging, wusste ich, dass ich immer noch keinen traditionellen Karriereweg wollte. Also fand ich zum Online-Marketing, arbeitete einige Jahre in einer Agentur und ging dann auf meine Reise als digitaler Nomade.

Bei meinem erstes Mal in Asien nahm ich Kundenanrufe um 3 oder 4 Uhr morgens entgegen. Ich konzentriere mich auch gerne für jeweils eine Woche auf meine Arbeit, arbeite sehr lange und belohne mich dann mit einem Abenteuer.

So war ich zum Beispiel im Februar dieses Jahres auf dem Karneval in Brasilien und habe die ganze Woche außer der Antwort auf ein paar zeitkritische E-Mails nicht gearbeitet. Im Jahr nach meiner Geschäftsgründung mieteten wir für ein Fotoshooting ein großes Haus in den Bergen Thailands. Nach dem Fotoshooting feierten wir mit einer großen Gruppe von Freunden noch etwas. Ich nahm mir einen Moment Zeit, um über die Hügel hinauszuschauen. In diesem Moment wurde mir erst so richtig klar, wie unglaublich es war, in diesem Moment dort zu stehen. Hätte mir das jemand zwei Jahre zuvor gesagt, hätte ich es nicht geglaubt.

Ich war bis jetzt in Mexiko, Peru, Brasilien, Kolumbien, Vietnam, Thailand, Indonesien, Kambodscha, Hongkong, Singapur, auf den Philippinen, Tahiti, Irland, England, Schottland und Ungarn. Ich habe stets versucht, meine Freunde zu Hause zu überreden, mit mir zu kommen. Das habe ich aber inzwischen aufgegeben. Ich denke, es braucht einen einzigartigen Persönlichkeitstyp, da es nicht nur Glanz und Glamour gibt und einsam und unsicher sein kann. Einen Monat ist man vielleicht mit guten Freunden am Strand. Kurz danach findet man sich dann an einen neuen Ort und ist allein in einem hässlichen Hotelzimmer, umgeben von Insekten. Man muss in der Lage sein, das Schlechte mit dem Guten zu verbinden.

Deshalb ist dieser Lifestyle für Menschen geeignet, die diese Dynamik wirklich lieben. Man sollte den Teil ‚Nomade‘ nicht zu ernst nehmen. Einige haben das Gefühl, dass sie jeden Monat an einen neuen Ort ziehen müssen oder ansonsten ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Das finde ich aber lächerlich. Wenn du das langfristig tun möchtest, dann muss dein Unternehmen eine Priorität sein. Und das bedeutet, dass man sich manchmal in eine ganz normale Routine begeben muss.“

Melissa Dailey, Freelancerin bei You Can Culture Leap, sagt: „Ich arbeite seit April 2016 selbstständig als digitale Nomadin. Seit ich meinen vorherigen Job aufgegeben habe, ist meine Work-Life-Balance weitaus gesünder. Der Stress und all die Zeit haben meine körperliche und geistige Gesundheit stark belastet. Irgendwann war mir klar, dass ich eine Veränderung vornehmen musste. Außerdem war es mein Plan, innerhalb der folgenden 6 Monate ins Ausland zu ziehen.

Um genügend Zeit für die Vorbereitung zu haben, entschloss ich mich also, zu kündigen. Ich entschied mich, meine Ersparnisse für den Aufbau eines Business zu verwenden, das mich auf meinen Reisen unterstützen würde. Zuerst war es schwierig für mich, ohne großartige Verpflichtungen und einem leerem Terminkalender motiviert zu bleiben. Ich bin jetzt aber dazu übergangen, eine To-Do-Listen-App zu nutzen. Damit kann ich alle Aufgaben verfolgen, die während des Tages, oder bis zum Ende der Woche oder des Monats erledigt werden müssen.

Natürlich arbeite ich auch jeden Tag, meist ein paar Stunden. Dieser regelmäßige aber leichte Arbeitsalltag reduziert Stress und erleichtert es mir, mit der Zeit größere Aufgaben voranzutreiben. So bleibt mir aber vor allem viel Zeit für wichtigere Dinge wie Freunde, Essen, Sport und Reisen.

Apropos Reisen: Das ist doch der Hauptgrund, warum digitale Nomaden den großen Schritt wagen, oder? Ich empfehle zwar generell, sich für eine gewisse Zeit an einem einzigen Ort niederzulassen, finde es dabei aber besonders wichtig, alle 3–5 Monate einen Tapetenwechsel vorzunehmen. Dies lässt sich entweder durch einen Umzug an einen anderen Ort oder durch Urlaub erreichen. So oder so solltest du dir ab und an ein paar Tage Zeit nehmen, um etwas anderes zu machen – Arbeit muss nicht unbedingt Teil davon sein. Dies wird deine Akkus wieder aufladen und dir helfen, weiterzumachen.

Mein bester Moment war während meines Road Trips durch den Yosemite Nationalpark. Nachdem ich Sonnenaufgangsfotos am Mono Lake gemacht hatte, sah ich Wegweiser, die zu einem Vulkan führten, von dem ich noch nichts gehört hatte. Im nächsten Augenblick folgte ich bereits den Wegweisen und wanderte zum Rand eines kleinen Vulkans. Damals, zwei Monate vor meinem Umzug ins Ausland, war ich voller Hoffnung. Und dann, als ich die Sonne vom Gipfel eines Vulkans aufsteigen sah, wurde dieses Gefühl der Hoffnung nur noch größer. Obwohl ich gerade erst meine Karriere als Freelancer begonnen hatte, hatte ich bereits einen Kunden und wusste, dass mehr kommen würde. In der Zwischenzeit genoss ich den Gedanken, dass das Besteigen eines Vulkans etwas war, was ich schon immer tun wollte. Und, ohne es überhaupt zu planen, konnte ich es von meiner To-do-Liste streichen.“

Digital Nomad Leah McHughJPG

Leah McHugh, Schöpfer von Get Dirty With Me, einer Reihe von natürlichen Produkten für die Hautreinigung, sagt: „In jungen Jahren reiste ich viele Jahre als Backpacker durch die Welt. Ich versuchte, zurückzukommen und ein „normales“ Leben zu führen, aber innerhalb weniger Jahre wurde mir langweilig und ich wollte wieder reisen. Als digitale Nomadin muss ich nicht zwischen Reisen und einer Karriere wählen. So schien mir der Sprung in diese Welt der naheliegende nächste Schritt zu sein.

Manchmal bin ich sehr beschäftigt mit Projekten. Manchmal ist es auch ruhiger. Ich versuche, das Beste aus diesen ruhigen Phasen zu machen. Außerdem versuche ich mich daran zu erinnern, dass ich nach einer schöpferischen Pause besser und produktiver arbeite. Es hat keinen Sinn, an einen neuen Ort zu ziehen, und sich keine Zeit zum Erkunden zu nehmen.

Ich bin bereits viel gereist, bevor ich zum digitalen Nomaden wurde. Seit 2014 war ich dann in Mexiko, Belize, Guatemala, Argentinien, Australien, Indonesien, England, Portugal, Spanien, Marokko, Irland, Kanada, auf den Kanarischen Inseln, Thailand und auf den Philippinen. Man braucht gar nicht so viel Geld, wie man denkt, um anzufangen. Mein Tipp: Verbringe längere Zeit an jedem Ort, um wirklich ein Gefühl dafür zu bekommen, und damit du durch das ständige Umherreisen nicht irgendwann ausbrennst.

Digital Nomad Sarah SlobodaSarah Sloboda, freiberufliche Fotografin, sagt: „Nachdem ich 10 Jahre in New York gelebt habe, wollte ich etwas Neues. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, welcher Ort so innovativ wie New York sein würde, um mir als Künstlerin zu frischer Inspiration zu verhelfen. So kam mir schließlich die Idee, dass ich gar nicht an einen Ort gebunden sein musste. Ich lagerte meine Sachen ein und begann, in Airbnbs zu wohnen und gelegentlich als Housesitter zu arbeiten. Ehe ich mich versah, war ich bereits 2 Jahre lang als digitale Nomadin unterwegs. Ich empfehle den Lebensstil jedem, der auf der Suche nach mehr Freiheit ist und dort arbeiten/leben möchte, wo er will. Es zeigte mir, dass es wirklich keine Regeln gibt, wie das Leben sein sollte, und dass ich nicht an die Uhr á la 9-to-5 gebunden sein muss.

Als jemand mit chronischen Gesundheitsproblemen war das Ganze eine kleine Herausforderung. Denn eines ist klar: Digitale Nomaden befinden sich nicht in einem niemals endenden Urlaub. Ich arbeitete noch immer meine reguläre Zeit, musste aber auch jede Woche oder jeden Monat Zeit damit verbringen, meine nächste Reise zu planen und zu organisieren. Hinzu kamen das Organisieren von Unterkünften, Ein- und Auspacken und Marketing für meine nächsten Gigs als Freelancer. Es war fantastisch befreiend, aber auch mehr Arbeit, als man sich vorstellt.

Interessanterweise dauerte der Wiedereintritt in die normale Welt mit einem zentralen und dauerhaften Wohnsitz länger als erwartet und erforderte einiges an Aufwand. Nach meinem Start in der Welt der digitalen Nomaden war es für mich einfacher, einfach weiterzumachen, als wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Dieser Umstand ließ mich darüber nachdenken, warum manche Menschen nicht daran denken, ihre gewohnte Routine für so etwas wie den nomadischen Lebensstil aufzugeben. Es erscheint einfacher, zu Hause zu bleiben und das Leben wie gewohnt zu führen, als etwas Neues auszuprobieren. Ich habe herausgefunden, dass ich mich wirklich an alles gewöhnen kann. Und egal an was man sich gewöhnt hat, ist auch leicht fortzusetzen – sogar die Gewohnheit, keinen langfristigen Mietvertrag zu haben.“ (Bildnachweis: Gary Ashley)

Digital Nomad Steph Lagana

Steph Lagana, digitale Nomadin und Inhaberin von Mythical Entreprises: „Bereits als ich vor mindestens einem Jahrzehnt zum ersten Mal vom Phänomen der digitalen Nomaden hörte, verspürte ich das Verlangen, diesen Weg zu gehen. Nach einer Reihe von Ereignissen, zu denen auch ein sechsmonatiger Aufenthalt in Afghanistan gehörte, beschloss ich, meine Karriere im Bereich Sicherheit zu verlassen, um Life Coach zu werden (wer das für verrückt hält, sollte sich einmal die Perspektive meiner Eltern anhören).

Meine besten Momente als digitale Nomadin? Dazu zählen das Sitzen am Strand in Goa, Indien, um dann während des Frühstücks zu erfahren, dass eines meiner Werke veröffentlicht werden würde. Ein weiteres Highlight war das Schlafen unter Sternen auf einer Kamelsafari in der Thar-Wüste.

Ich würde diesen Lebensstil definitiv nicht jedem empfehlen. Es kann unbequem sein, sich so weit zu verkleinern, dass man aus seinem Gepäck leben kann. Es kann auch schrecklich ermüdend sein, wenn man konstant unterwegs ist.

Ich empfehle, sich viel Zeit zu nehmen, mindestens 4 Monate, und verschiedene Regionen zu erkunden. Auf diese Weise kann man Verbindungen aufbauen, eine Routine entwickeln und verbraucht nicht so viel Energie mit dem Herumreisen, was sich negativ auf das Business auswirken kann. Wenn man noch nie zuvor eine Langzeitreise unternommen hat, lohnt es sich auf jeden Fall, es zunächst auszuprobieren und nicht direkt sein Haus zu verkaufen oder andere schwerwiegende Entscheidungen zu treffen. Ich hatte das Glück, dass ich meinen Mietvertrag relativ einfach kündigen konnte und den Großteil meines Hab und Guts einlagern konnte.“

Digital Nomad Jenna RoseJenna Rose Robbins, freiberufliche Schriftstellerin, sagt: „Ich bin seit fünf Jahren digitale Nomadin, was aber eher einem Zufall zu verdanken ist. Ich ging auf eine Urlaubs-/Geschäftsreise nach Europa und blieb am Ende fast vier Jahre lang. Obwohl ich jetzt wieder in den USA bin, fahre ich durch das Land und besuche Freunde und Familie. So habe ich seit August bereits 15 Bundesstaaten bereist. Ich hatte bereits von zu Hause aus gearbeitet – jetzt ist Zuhause überall dort, wo ich eine WLAN-Verbindung habe. Ein paar Monate lang hatte ich eine Kundin, die gar nicht wusste, dass ich nicht mehr in Kalifornien war, wo ich früher meinen Wohnsitz hatte. Sie sagte mir, dass sie in der folgenden Woche in Berlin sein würde. Darauf schlug ich vor, uns auf einen Kaffee vor Ort zu treffen. Sie war schockiert, als ich ihr sagte, dass ich bereits die ganze Zeit in Berlin war. Der lustigste Teil dabei ist, dass die meisten Kunden mich einstellen, weil sie denken, dass ich in LA bin. Trotzdem wollen sie mich in den seltensten Fällen persönlich treffen.

In den letzten fünf Jahren war ich in mehr als 25 Ländern und habe damit meine Gesamtzahl auf etwas über 50 erhöht. Die meiste Zeit habe ich in Deutschland, Frankreich, Spanien und Sri Lanka verbracht. Mein Tipp für alle, die sich mit dem digitalen Nomadenleben beschäftigen, ist relativ einfach: Erstelle eine Liste mit allem, was du zum Erledigen deiner Arbeit brauchst (WLAN, geeigneter Arbeitsplatz, VPN etc.). Stelle dann sicher, dass du weißt, wie man alles zum Laufen bringt – auch wenn das Handbuch vielleicht nicht in deiner Muttersprache zur Hand ist. Engagiere dich auf Websites wie Meetup, wo du andere digitale Nomaden finden kannst. Die Expat-Community in den meisten Ländern ist sehr aufgeschlossen. So kannst du wahrscheinlich Leute treffen, die dir beim Kennenlernen deines neuen Zuhauses behilflich sein können.“

Silvia Christmann, Coach für den Unternehmensausbau und digitale Nomadin, sagt: „Egal, wohin ich gehe oder was passiert, ich habe immer dieses Gefühl der Freiheit und die Gewissheit, dass ich überall hingehen kann, wo ich will. Jedes Mal, wenn ich an einen neuen Ort komme, an dem ich mich zu Hause fühle, habe ich das gleiche Gefühl: Es ist spannend und macht Spaß. Und dann sehe ich einfach, was als nächstes kommt. Dieser Lebensstil bringt aber auch eine Menge Unsicherheit mit sich, was für einige Menschen wirklich stressig und beunruhigend sein kann. Nicht jeder kann damit umgehen. Aber das ist auch gar nicht falsch. Wer eine gewisse Beständigkeit liebt und Wert auf die Nähe zu Freunden und Familie legt, für den wird dieser Lifestyle nicht geeignet sein.“

nomadic lifesyleDigitale Nomaden: Ist dieser Lebensstil das Richtige für dich?

Die Fantasie, sich am Strand zu entspannen, einen guten Wein zu trinken, ohne sich um irgendetwas sorgen zu müssen, spiegelt das Leben der digitalen Nomaden nicht wieder. Lass uns also zusammenfassen, ob dieser Lebensstil das Richtige für dich ist.

Wenn du gerne reist, gut allein sein kannst, Veränderungen magst und ein Experte im Überwinden von Hindernissen bist, dann könnte der nomadische Lebensstil genau richtig für dich sein. Digitale Nomaden werden der Einsamkeit ausgesetzt sein, weshalb du auch mit solchen Momenten umgehen können musst. Denke daran, dass es bei Einsamkeit nicht nur um die Abwesenheit von Menschen geht. Es geht auch um das abstrakte Gefühl, sich allein zu fühlen und einen Mangel an echten Verbindungen. Außerdem musst du auf Veränderungen und Herausforderungen vorbereitet sein. Jedes Land hat seine eigenen Gesetze und Regeln, die du auf deinen Reisen stets beachten solltest.

Der Lifestyle der digitalen Nomaden ist vielleicht nicht das Richtige für dich, wenn du familienorientiert bist, Routine brauchst, dich nach ständiger sozialer Interaktion sehnst und Stabilität bevorzugst. Das bedeutet aber nicht, dass digitale Nomaden diese Dinge nicht finden können. Du kannst vielleicht Freundschaften zu fremden Menschen aufbauen, wie du es noch nie zuvor getan hast. Es gibt Coworking Spaces auf der ganzen Welt, in denen du neue Leute kennenlernen und eine Routine für deine Work-Life-Balance schaffen kannst. Es gibt auch Gruppen und spezielle Veranstaltungen für digitale Nomaden. So kannst du vielleicht neue Freunde finden, mit denen du gemeinsam die Welt bereisen kannst.

Die Wahrheit ist, dass beide Lebensstile sowohl gute als auch schlechte Seiten haben. Wie auch immer deine Entscheidung aussehen wird, ist der nomadische Lebensstil in der Realität fast immer vorübergehend. Irgendwann lassen sich digitale Nomaden nieder. Vielleicht entscheiden sie sich, zu ihren Freunden und ihrer Familie nach Hause zurückzukehren oder sich ein neues Zuhause im Ausland zu schaffen. Vielleicht musst du dem 9-to-5-Hamsterrad nur für ein Jahr entkommen … vielleicht aber auch für zehn. Aber letztendlich wirst du einen Ort finden, den du Zuhause nennen kannst. Und was noch viel wichtiger ist: Du wirst feststellen, dass du wirklich nach deinen eigenen Vorstellungen leben kannst.

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