Vor dem Aufkommen von Internet und E-Commerce waren Flohmärkte und Zeitungen die einzigen Möglichkeiten, ohne ein eigenes Ladengeschäft Produkte zum Verkauf anzubieten. Heutzutage sieht die Situation jedoch völlig anders aus. Verkäufern stehen die verschiedensten Verkaufsplattformen und Apps zur Verfügung, sodass sich spielend einfach nebenbei Geld verdienen lässt, ohne dafür sein Haus verlassen zu müssen.

Der E-Commerce hat die Art und Weise, wie wir über die Gründung eines Unternehmens denken, völlig verändert. Und dafür gibt es einen guten Grund. Im Jahr 2019 belief sich der globale E-Commerce-Umsatz auf fast 3,5 Billionen Dollar. Somit ist eines klar: Der Onlinehandel ist eine zunehmend lukrative Option, um mit dem Verkauf eigener Produkte zu beginnen.

Bist du Hobbybastler und möchtest Küchengeräte verkaufen? Hast du einen Vorrat an Vintage-Schmuck, den du verkaufen möchtest? Hast du einen Kontakt, um ein Produkt zu Großhandelspreisen zu beziehen? Vielleicht möchtest du auch einfach nur deine ausgediente Stofftiersammlung verkaufen. 

Ganz gleich, was dein Ziel ist oder was du verkaufen möchtest, es gibt einen Vertriebskanal, der perfekt zu dir passt. Wir haben recherchiert und die besten Verkaufsportale für dich zusammengestellt, auf denen du deine Produkte online verkaufen kannst.

Warte nicht darauf, dass jemand anderes es tut. Stelle dich selbst ein und nimm das Heft in die Hand.

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Erstellen deines eigenen Shops

Das Erstellen eines eigenen Onlineshops bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich, kann aber auch äußerst erfüllend und vor allem profitabel sein – sofern es denn richtig gemacht wird. Die größte Herausforderung dabei ist, dass du dich selbst vermarkten und für Traffic auf deiner Website sorgen musst. Im Wesentlichen kreierst du deine eigene Marke, was eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird.

Der Vorteil ist, dass deine Gewinne komplett dir gehören – es gibt keine Verkaufs- oder Transaktionsgebühren. Wenn dir das Entrepreneurship liegt und du über deinen eigenen Shop online verkaufen möchtest, haben wir in Sachen Verkaufsplattform eine klare Empfehlung für dich:

Shopify

Wenn es um die Erstellung deiner eigenen E-Commerce-Website geht, ist Shopify eine der beliebtesten Verkaufsplattformen überhaupt. Mit Stand Oktober 2019 gab es über 1 Mio. Händler, die Shopify als Ihre Verkaufsplattform der Wahl nutzten.

Der Basistarif von Shopify beläuft sich auf 29 US-Dollar pro Monat. Dazu gehören deine eigene Website, ein Blog, SSL-Zertifikate, die Zurückgewinnung abgebrochener Warenkörbe, Vertriebskanäle in verschiedenen sozialen Medien (z. B. Instagram Shop) und viele andere Tools und Vorteile. Es gibt keine Einrichtungsgebühr oder andere versteckte Gebühren, es sei denn, du entscheidest dich für ein anderes Zahlungsgateway als das von Shopify angebotene.

Shopify ist eine ausgezeichnete Plattform, um deine eigene E-Commerce-Website zu starten. Es ist anfängerfreundlich, einfach zu bedienen und bietet einen ausgezeichneten Kundenservice. Zudem gibt es viele Apps von Drittanbietern, mit denen du deinen Shopify-Shop spielend einfach anpassen und individualisieren kannst.

Universelle Verkaufsplattformen

Diese Marktplätze sind die bekanntesten Online Verkaufsplattformen und umfassen so gut wie jeden Artikel, den man sich vorstellen kann. 

Amazon

Laut Statista ist Amazon eine vertrauenswürdige Website, auf der im jahr 2019 ein E-Commerce-Umsatz in Höhe von 10,5 Milliarden Euro erwirtschaftet wurde. Wer Amazon als seine Verkaufsplattform der Wahl einsetzt, gibt seinen Kunden fast automatisch ein Gefühl des Komforts, der Sicherheit und des Vertrauens. Die Vielzahl von Käufern bedeutet, dass deine Artikel mit größerer Wahrscheinlichkeit gesehen werden. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass dies mit höheren Gebühren verbunden ist.

Für ein professionelles Verkaufskonto bei Amazon sind ein Antragsverfahren sowie eine monatliche Gebühr von 39,00 Euro erforderlich. Außerdem fallen Gebühren für jeden verkauften Artikel an. Wenn du nicht planst, mehr als 40 Artikel pro Monat zu verkaufen, kannst du auch ein individuelles Verkäuferkonto einrichten, für das keine monatliche Gebühr anfällt. Für dieses individuelle Verkäuferkonto fällt eine Gebühr von 0,99 € pro Artikel zuzüglich einer prozentualen Verkaufsgebühr an. Diese hängt wiederum von der Kategorie ab, in der dein Artikel verkauft wird.

Amazon eignet sich besonders gut als Verkaufsplattform für Leute, die große Mengen an Produkten vertreiben oder sich einem größeren Publikum präsentieren möchten. Weitere Infos findest du auch in unserem Blog-Post zum Thema „Verkaufen auf Amazon“.

eBay

Mit Blick auf die derzeitig verfügbaren Verkaufsplattformen ist eBay der absolute Pionier. Der Online-Marktplatz befindet sich bereits seit 1995 im Internet und wächst nach wie vor. Von daher bleibt der Verkauf auf eBay nach wie vor eine lukrative Option. Es gibt fast nichts, was du nicht auf eBay verkaufen kannst. Wenn du also eine Kuriosität loswerden möchtest, könnte dies das beste Online Verkaufsportal für dich sein.

Achte jedoch beim Verkauf über eBay auf die Verkaufsgebühren. Die Verkaufsplattform erhebt eine nicht erstattungsfähige Gebühr für das Listing eines Artikels. Hinzu kommt eine weitere „Einstellungsgebühr“, wenn du den gleichen Artikel in einer anderen Kategorie hinzufügen möchtest. Es gibt auch eine Verkaufsprovision, die aus einem bestimmten Prozentsatz des Preises besteht, für den dein Artikel verkauft wird. Diese Gebühren variieren und werden basierend auf deinem Produkt, der Anzahl und den Kategorien, in denen es aufgeführt ist, sowie dem Versand berechnet.

eBay hat laut Quora über 25 Millionen Verkäufer und 182 Millionen aktive Käufer. Ähnlich wie Amazon ist es ein unglaublich großes Netzwerk. Allerdings ist das Kundenvertrauen bei eBay weniger stark ausgeprägt als bei Amazon.

Hood.de

Hood.de kommt tatsächlich aus Deutschland und ist eine echte Alternative zu eBay. So wie Robin Hood im Sherwood Forrest hat sich Hood.de mehr Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben. Dies drückt sich in einer fairen und einfach verständlichen Gebührenstruktur aus.

Die Verkaufsplattform unterscheidet zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern. Verkauft man privat, fallen generell keine Gebühren an. Nur wenn man zusätzliche Optionen wie mehr und größere Bilder und eine prominentere Platzierung nutzen möchte, wird ein kleiner Betrag fällig.

Man kann aber auch gewerblich auf Hood.de tätig werden, was bei der Profilerstellung angegeben werden muss. Als Händler hat man dann die Wahl zwischen zwei Paketen: Gold und Platin. Im Gold-Tarif für 21 Euro pro Monat (bei jährlicher Zahlung) können Händler bis zu 500 Artikel einstellen. Im Platin-Tarif, der bei 32 Euro pro Monat (bei jährlicher Zahlung) liegt, lassen sich bis zu 20.000 Artikel einstellen. Bei beiden Tarifen fallen zusätzlich Verkaufsprovisionen an.

Generell finden sich auf Hood.de, so wie bei ähnlichen Verkaufsplattformen, alle erdenklichen Produkte und Produktkategorien. Diese sind übersichtlich sortiert, sodass Käufer schnell das finden, was sie suchen. Wie bei eBay gibt es hier Auktionen als auch die Option zum Sofortkauf.

Wer sich also fragt, welche Verkaufsplattform man als echte Alternative zu eBay nutzen kann, der sollte Hood.de definitiv eine Chance geben.

Avocadostore

Avocadostore ist etwas anders positioniert, als die bisher vorgestellten Verkaufsplattformen. Die Anbieter präsentieren sich selbst als der „Online-Marktplatz für Fair-Trade-Kleidung und nachhaltige Produkte“. Damit bedient Avocadostore eine ganz bestimmte Nische und ein Publikum, für das Nachhaltigkeit mehr zählt als günstige Preise.

Die angebotenen Produkte reichen von nachhaltig produzierter Kleidung, Wohnaccessoires, Drogerieprodukten bis hin zu Literatur. Händler können Ihre Produkte mit speziellen Badges hervorheben und darauf hinweisen, dass sie vegan sind, in Deutschland oder nur mit nachhaltigen Rohstoffen gefertigt wurden.

Soweit so gut. Der Nachteil bei Avocadostore ist jedoch die relativ hohe Gebührenstruktur. Für die Nutzung der Verkaufsplattform fällt zunächst eine Einrichtungsgebühr von 65 Euro an. Hinzu kommen eine monatliche Marktplatzgebühr von 15 Euro sowie eine Verkaufsprovision von 17 %.

Vom Aufbau erinnert Avocadostore eher an Amazon als an eBay. Wer mit seinen Produkten auf Nachhaltigkeit fokussiert ist und von den hohen Gebühren nicht abgeschreckt ist, für den könnte die Verkaufsplattform zu einem lohnenswerten Vertriebskanal werden.

Verkaufsplattformen für handgefertigte Waren, Kunst und Vintage-Artikel

Es gibt verschiedene Verkaufsseiten, auf denen du Schmuck, handgefertigte Artikel, Kunst, Vintage-Artikel und Antiquitäten verkaufen kannst. Mit der Zeit hat sich hier jedoch ein Anbieter als wichtigste Plattform etabliert:

Etsy

Im Gegensatz zu Amazon und eBay richtet sich Etsy eher an einen Nischenmarkt. Etsy ist eine sehr bekannte Website, auf der du deine handgefertigten Waren, Kunst, Sammlerstücke und Antiquitäten verkaufen kannst. Im Jahr 2017 haben die Käufer hier mehr als 3 Milliarden Dollar ausgeben. 

Die Verkaufsgebühren bei Etsy sind wahrscheinlich die einfachsten und unkompliziertesten von allen Verkaufsseiten, die wir in diesem Blog-Beitrag vorstellen. Etsy erhebt eine Einstellungsgebühr von $0,20 je Artikel. Der Artikel verbleibt dann vier Monate in deinem Shop oder bis er verkauft wird, je nachdem, was zuerst eintritt. Wenn du einen Artikel verkaufst, fällt eine Transaktionsgebühr von fünf Prozent und eine Bearbeitungsgebühr von drei Prozent plus 0,25 US-Dollar an. Das ist es auch schon.

Etsy ist bekannt und hat einen sehr guten Ruf. Die geringen Gebühren, die Benutzerfreundlichkeit und das gute Ansehen in der Welt des Onlinehandels machen diese Verkaufsplattform zu einem der besten Orte, um deine Artikel online zu verkaufen.

Lokal verkaufen

Die folgenden Verkaufsplattformen bieten sich an, wenn du deine Sachen online verkaufen möchtest, um dein Zuhause zu entrümpeln oder deine alte Kleidung loszuwerden und du dich dabei nicht um den Versand kümmern möchtest.

Facebook Marketplace

Der im Oktober 2016 eingeführte Facebook Marketplace wurde geschaffen, um Menschen in Communities zum Kaufen und Verkaufen zusammenzubringen. Das Spannende am Facebook Marketplace ist, dass das Unternehmen damit beginnt, E-Commerce-Händler zu unterstützen. Facebook ist eine Partnerschaft mit Online-Verkaufsplattformen wie Shopify eingegangen, um Händlern die Etablierung ihrer Präsenz auf dem Marktplatz zu erleichtern.

Es gibt keine Einstellungsgebühren, wohl aber spezifische Anforderungen und Richtlinien, die du als Händler auf dem Marketplace befolgen musst.

Nextdoor

Nextdoor ist eine noch sehr junge Plattform, die sich aber immer mehr durchsetzt. Hier dreht sich alles darum, Dinge mit seiner lokalen Community und seinen Nachbarn zu teilen. Es handelt sich um eine Plattform, auf der Nachbarn Informationen darüber austauschen können, was in ihren Gemeinden vor sich geht – von der Ankündigung einer Nachbarschaftsparty bis hin zu Beschwerden über ein allzu hohes Verkehrsaufkommen.

Nextdoor ist aber nicht nur eine Nachbarschaftsplattform, sondern bietet auch ein kostenloses Forum für den Online-Verkauf. Wie bei Facebook Marketplace gibt es keine Eintrags- oder Mitgliedsgebühren. Allerdings musst du hier deinen Käufer treffen und den Austausch persönlich vornehmen.

Die Plattform fühlt sich dabei relativ sicher an, da man sich hier mit seinen Ausweisdaten anmelden und ein entsprechendes Konto erstellen muss. Aus diesem Grund ist sie in der Regel privater und wird auch weitaus seltener von Betrügern heimgesucht.

Für jeden etwas

Egal, was du verkaufst oder wie du es verkaufen möchtest, es gibt eine Verkaufsplattform, die deinen Bedürfnissen entspricht. Ganz gleich, ob du dein überladenes Zuhause aufräumen, die Reichweite für dein Einzelhandelsgeschäft ausbauen oder mit deiner einzigartigen Marke in die Welt des E-Commerce einsteigen möchtest – in dieser Liste mit den besten Verkaufsplattformen in Deutschland findest du sicher eine passende Alternative.

Hast du vielleicht eine Website, die du gerne nutzt und die hier nicht aufgeführt ist? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

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