MOQ im E-Commerce – Was es ist und was du wissen solltest

Woman doing ecommerce on laptop

Was heißt MOQ?

Die Bedeutung der MOQ ist für viele Leute ein unbekanntes Konzept. Von daher werden wir in diesem kurzen Artikel definieren, was eine MOQ ist, warum sie so wichtig ist, warum Lieferanten MOQs festlegen, die Vor- und Nachteile, wie man diese Minimalanforderungen erfüllt und wie man darüber verhandelt.

Am Ende des Artikels werden wir dir noch eine wichtige Warnung mit auf den Weg geben, damit du ungewünschte Konsequenzen für dich und deinen Shop vermeiden kannst.

Legen wir also direkt los.

MOQ steht für den englischen Begriff „Minimum Order Quantity“. Zu Deutsch heißt das so viel wie Mindestbestellmenge und bezieht sich damit auf die geringste Menge an Produkten oder Einheiten, die ein Lieferant bereit ist, auf einmal zu produzieren bzw. zu liefern. MOQs werden von Lieferanten festgelegt, um ihre Produktionskosten zu decken und sicherzustellen, dass sie mit jedem Produktionslauf einen Gewinn erzielen.

Die geringste Menge an Produkten oder Einheiten, die ein Lieferant bereit ist, auf einmal zu produzieren bzw. zu liefern.

MOQs sind manchmal verhandelbar. Dabei liegt es aber in der Verantwortung des Unternehmens, die MOQs eines Lieferanten zu erfüllen oder eine für beide Seiten akzeptable MOQ auszuhandeln.

Die MOQ variiert dabei von Lieferant zu Lieferant. Einige Lieferanten werden große MOQs wie 100.000 Einheiten vorgeben, andere können wiederum mit niedrigeren Mindestbestellmengen wie 100 Einheiten arbeiten.

Es gibt aber durchaus Lieferanten, die kundenspezifische Bestellungen oder maßgeschneiderte Produkte produzieren, und daher nur eine einzelne Einheit als MOQ voraussetzen. Hierauf werden wir im Verlauf des Artikels noch genauer eingehen.

Was genau bedeutet die MOQ

Bamboo Toothbrushes mit MOQMOQ ist die Mindestbestellmenge eines Lieferanten. Sie ist sich durch die Mindestmenge an Einheiten definiert, die er bereit ist, auf einmal zu produzieren oder im Rahmen einer einzelnen Bestellung zu versenden.

Die MOQ wird meist durch die Menge der in einem Produktionslauf produzierten Einheiten bestimmt, wie z. B. 100 Einheiten oder 10.000 Einheiten. Manchmal können MOQs auch durch Währungen definiert werden, wie z. B. Produkte im Wert von 1.000 EUR oder 10.000 EUR.

Die MOQ wird von jedem Lieferanten unabhängig berechnet und hängt davon ab, was ihn die Produktion einer einzelnen Einheit kostet. MOQs decken die Kosten, den Aufwand und die Energie, die für die Durchführung eines Produktionslaufs benötigt werden, und stellen sicher, dass der Lieferant einen Gewinn erzielen kann.

Warum die MOQ so wichtig ist

MOQs sind für Lieferanten äußerst wichtig, da sie bestimmen, mit welchen Unternehmen sie bereit und in der Lage sind, Geschäfte zu tätigen. Durch die Festlegung von MOQs können Lieferanten potenziellen Kunden schnell vermitteln, welche Voraussetzungen es für eine Zusammenarbeit gibt.

Einige Unternehmen und Entrepreneure, oftmals in der Startup-Phase, sind auf einem kleinen Niveau tätig und benötigen vorerst nur eine sehr geringe Menge an Einheiten. Solche Unternehmen müssen einen Lieferanten finden, der ihre niedrigen MOQ-Anforderungen problemlos erfüllen kann.

Andere Unternehmen sind dagegen in großem Umfang tätig und benötigen Hunderttausende von Einheiten. Diese Unternehmen müssen einen Lieferanten finden, der ihren Bedarf decken kann und über die Materialien, Maschinen und das Personal verfügt, um die gewünschte Menge zu produzieren. Beide Szenarien haben ihre ganz eigenen Herausforderungen.

Warum Lieferanten mit MOQs arbeiten

Lieferanten legen Mindestbestellmengen fest, weil sie die Produktion einen bestimmten Geldbetrag kostet. Die von ihnen festgelegte MOQ stellt sicher, dass sie in der Lage sind, alle Produktionskosten zu decken UND Gewinne zu erzielen.

Wenn Lieferanten weniger Einheiten als ihre MOQ produzieren würden, laufen sie Gefahr, ihre Kosten nicht zu decken und einen entsprechenden Verlust einzufahren. Für die Lieferanten ist die MOQ ist also eine Art Versicherung.

Die Festlegung einer MOQ kann aber auch einen anderen Hintergrund haben. So kann sie die geringste Anzahl an Einheiten repräsentieren, die der Lieferant in einem Produktionslauf fertigen kann.

Da Hersteller Artikel in großen Mengen produzieren, kaufen sie ihre Materialien ebenfalls in großen Mengen ein. Oft macht es für sie mit Blick auf Zeit und Kosten keinen Sinn, ihre Materialien vorzubereiten und ihre Maschinen einzurichten, sofern nicht eine bestimmte Mindestmenge abgenommen wird.  Aus diesem Grund legen sie eine MOQ fest, die sicherstellt, dass sich ein Produktionslauf zeit- und kostentechnisch rechnet.

Vorteile und Nachteile der MOQ

Der größte Vorteil von MOQs ist, dass du darüber den bestmöglichen Preis pro Stück erhältst. Oft gilt: Umso größer die Mengen, die du bei einem Lieferanten beziehst, desto niedriger die Kosten je Einheit. Das bedeutet, dass du effektiv weniger pro produzierte Einheit bezahlen wirst. Somit wirst du letztendlich deinen Gewinn maximieren, wenn du das entsprechende Produkt tatsächlich verkaufst.

Der größte Nachteil der MOQ sind die Vorabkosten, die anfallen, um die von dir bestellten Einheiten produzieren zu können. Hier ein Beispiel: Wenn du 1.000 Einheiten zu 10 Euro pro Einheit als MOQ beziehen willst, wird dich diese Bestellung satte 10.000 Euro im Voraus kosten.

Wenn du dein Business gerade erst gelauncht hast, kann dies ziemlich einschüchternd wirken oder gar komplett außerhalb deiner Möglichkeiten sein. Das ist aber noch nicht alles.

Dies sind jedoch noch nicht alle Kosten im Zusammenhang mit der Abwicklung mit deinem Lieferanten. Zusätzlich musst du die Kosten für den Versand der Produkte oder notwendige Formalitäten (z. B. Zoll) bedenken.

Hinweis: Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du Händler für deinen Shop findest, die richtigen auswählst und auf was du bei der Beschaffung achten solltest, empfehlen wir dir unseren Artikel „Dropshipping Händler auswählen: So machst du es richtig“.

Wie man die MOQ erfüllt

Schreibtisch eines EntrepreneursWenn du gerade erst als neues Unternehmen beginnst, kann die Erfüllung von MOQs frustrierend sein. Oftmals benötigst du als kleines Unternehmen nur eine kleine Menge an Artikeln und kannst die MOQ-Anforderungen vieler Hersteller nicht erfüllen.

Wenn du dich in genau dieser Situation befindest, ist es am besten, sehr direkt mit den Herstellern über die Menge der von dir benötigten Einheiten und dein Budget zu kommunizieren. Wenn du die MOQ-Anforderungen eines Lieferanten nicht erfüllen kannst und er nicht in der Lage ist, auf die von dir benötigte Menge herunterzugehen, dann solltest du weitermachen und einen anderen Lieferanten mit MOQs finden, die deine Anforderungen entsprechen.

Bevor du jetzt vorschnell aufgibst, hier die gute Nachricht: Es gibt viele Lieferanten, die niedrige MOQs bieten oder sogar ganz ohne arbeiten. Es geht nur darum, diese Lieferanten zu finden. Investiere etwas Zeit in die Recherche und schau dir verschiedene Lieferantenverzeichnisse an, um Anbieter mit für dich passenden MOQs zu finden. Abhängig vom Produkt kann es auch eine Option sein, Artikel zu erwerben, die du einzeln bestellen kannst, um somit eine größere MOQ komplett zu umgehen. Der bekannteste Anbieter hierfür ist wahrscheinlich AliExpress – dazu aber gleich mehr.

Überschreiten von MOQs

MOQs werden von Lieferanten festgelegt, um die Mindestmenge an Einheiten zu definieren, die sie auf einmal produzieren können. Allerdings ist das lediglich ihr Minimum. Wenn du mehr Einheiten als die von einem Lieferanten festgelegte MOQ beziehen möchtest, ist das in der Regel kein Problem.

Kommuniziere genau, wie viele Einheiten du von deinem jeweiligen Lieferanten produzieren lassen möchtest. Wichtig hierbei ist, dass du im Vorfeld sicherstellst, dass er über die Materialien, Ausrüstung und das Personal verfügt, um deine Anfrage zu bedienen.

Es kann auch sein, dass ein Lieferant eine maximale Anzahl von Einheiten hat, die er auf einmal produzieren kann. Dies ist oft der Fall, wenn keine größere Fertigungsstätte betrieben wird. Wenn du also mehr als die angegebene MOQ produzieren lassen möchtest, solltest du sicherstellen, dass der Lieferant über die entsprechen Ressourcen verfügt.

Wie man MOQs verhandelt

Wenn es schwierig für dich ist, die geforderten MOQs der Lieferanten zu erfüllen, haben wir nachfolgend einige Tipps für dich zusammengestellt.

1. Teillieferungen

Schwierigkeiten die MOQ von Lieferanten zu erfüllen, können unterschiedlicher Natur sein: Vielleicht kannst du nicht so viel Inventar nicht lagern, vielleicht kannst du aber auch nicht alles im Voraus bezahlen, vielleicht brauchst du auch schlicht und einfach nicht so viel Inventar.

In diesen Fällen könntest du den Lieferanten fragen, ob er die Produktion in Höhe der MOQ anstößt, dir dann die erste Hälfte zukommen lässt und den Rest dann in ein paar Monaten versendet. Nicht alle Hersteller lassen sich hierauf ein, weil sie vielleicht das Inventar nicht einlagern können.

Wenn du deinen potenziellen Lieferanten jedoch das Gefühl gibst, es ernst zu meinen und größere und regelmäßige Aufträge in Aussicht stellst, könnte dies durchaus ein Weg sein.

2. Alternative Materialien

Überlege dir, ob es ein Material von geringerer Qualität gibt, das anstatt der ursprünglichen Materialien verwendet werden kann. Auch so könntest du die Produktionskosten und damit die MOQ senken.

3. Crowdsourcing

Kickstarter - Ordering without MOQDer nachfolgende Tipp ist keine Verhandlungstaktik, sondern eine Strategie zum Erfüllen von MOQs, wenn man im Vorfeld nicht über das entsprechende Kapital verfügt.

Crowdfunding und der Verkauf über Vorbestellungen ist eine der besten Möglichkeiten, die Finanzierung für deine Produkte im Voraus zu sichern. Mit dieser Strategie kannst du die MOQ deines Lieferanten erfüllen, ohne Geld aus eigener Tasche vorstrecken zu müssen.

Mit Crowdfunding wirst du letztendlich die Menge an Produkten bestellen, für die vorab du Nachfrage generieren konntest. Das Planen und Durchführen erfolgreicher Crowdfunding-Kampagnen wie die auf Kickstarter oder Indiegogo erfordert viel Aufwand und einiges an Vorbereitung.

Stelle also sicher, dass du über das Know-how und die Ressourcen verfügst, um diese Strategie zur Erfüllung von MOQ-Vorgaben erfolgreich umzusetzen. Einen guten Einstieg in das Thema findest du in unserem Artikel „Der ultimative Guide für Crowdfunding: Was, Warum, Wie und Wo“.

Eine Warnung

Es mag verlockend sein, die Lieferanten auf die möglich niedrigste MOQ zu drücken. Einige Lieferanten werden sich bestimmt darauf einlassen und ihre MOQs stark reduzieren, nur um dich als Kunden zu gewinnen. Dies kann aber schnell zu Problemen führen. Während niedrige MOQs als ideale Situation erscheinen können, solltest du in jedem Fall die möglichen Konsequenzen berücksichtigen:

  • Wenn du die MOQ deines Lieferanten zu sehr drückst, kann sich dieser gezwungen sehen, Kompromisse bei der Qualität der von dir hergestellten Produkte einzugehen. In dem Bestreben, die von dir geforderte MOQ zu erfüllen und gleichzeitig die Produktionskosten zu decken, wird er vielleicht Materialien von geringerer Qualität verwenden.
    So kann er den Produktionsablauf abschließen und trotzdem Gewinne erzielen. Dies kann deine Produkte minderwertig erscheinen lassen oder sie weniger langlebig machen.
  • Wenn du die MOQs zu weit nach unten treibst und das den Gewinn des Lieferanten schmälert, kann es zu weiteren negativen Konsequenzen kommen. Es wird wahrscheinlicher, dass dein Lieferant in Zukunft nicht mehr mit dir zusammenarbeiten möchte oder die Aufträge anderer Kunden vorziehen wird.

Denke daran, dass Lieferanten auch Gewinne erzielen müssen und MOQs eingeführt werden, um ihre eigenen Kosten zu decken. Versuchen, das zu verstehen, auch wenn es auf den ersten Blick im Gegensatz zu deinen eigenen Geschäftsinteressen steht.

Gute Beziehungen sind im Geschäftsleben von größter Bedeutung. Vermeide es also, die Beziehung zu deinen Lieferanten aufgrund von MOQs zu strapazieren, weil du dir dadurch langfristig selbst schaden kannst.

Dropshipping: E-Commerce ohne MOQ

Oberlo Dropshipping im Shopify Ap StoreWie wir bereits erwähnt haben, gibt es auch durchaus Möglichkeiten, komplett ohne MOQ zu arbeiten. Das Zauberwort heißt hier Dropshipping.

Hierbei bezieht du eine Produkte Anbieter, der keinerlei MOQ voraussetzt, sondern bei dem einzelne Einheiten bestellen kannst. Noch besser ist jedoch, dass du bei diesem Modell komplett ohne eigenes Inventar und eigenes Fulfillment auskommt. Das alles wird von deinem Lieferanten übernommen. Du bestellst hierbei nur die Produkte, die Kunden zuvor in deinem Onlineshop aufgegeben haben. Somit hast du kaum Risiko und musst auch keine Vorabkosten tragen.

Aufgrund dieses geringen Risikos kannst du auch spielend einfach viele verschiedene Produkte testen, bis du einen echten Gewinner gefunden hast.

AliExpress ist aktuell der größte Marktplatz für Dropshipping-Produkte, auf dem du wirklich für Nische etwas findest. Die Oberlo-App für Shopify macht das Finden und Importieren von Produkten in deinen Shop zum Kinderspiel.

Ein paar Klicks, und schon kannst du mit dem Verkaufen beginnen – Oberlo und Dropshipping machen es möglich. Also, wenn du gerade erst startest, nicht wirklich viel Startkapital hast und dich nicht mit MOQs befassen möchtest, dann ist Dropshipping dein Weg zum Erfolg.

Fazit

MOQs werden aus einem bestimmten Grund eingeführt. Daher ist es wichtig, dass du dich an sie hältst oder zumindest angemessen mit Lieferanten verhandelst. Die Einhaltung von MOQs kann frustrierend und als frisch gebackener Entrepreneur oft sogar gänzlich unmöglich sein.

Denke aber daran, dass die MOQ der Lieferanten dazu dient, ihre eigenen Kosten zu decken. Wenn du also die MOQs eines Lieferanten nicht einhalten kannst, musst du einen anderen Lieferanten finden oder andere Anpassungen vornehmen. Finde also Lieferanten, deren MOQ du erfüllen kannst.

Wenn dies unmöglich ist, solltest du versuchen, deine Produkte von Dropshipping-Anbietern zu beziehen, damit du deine Produkte ganz nach Bedarf einkaufen kannst.

Du möchtest mehr erfahren?

Oberlo verwendet Cookies, um die Funktionalitäten der Website bereitzustellen und dein Erlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung unserer Website erklärst du dich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden.