Eine Website, ein einziges Produkt: Ein Entrepreneur und seine einfache Erfolgsformel

scott hilse single product website

Kennst du das KISS-Prinzip? Was abgekürzt für „Keep it simple, stupid“ steht, fordert nichts weiter, als für ein Problem eine möglichst einfache Lösung zu finden.

Scott Hilse hat sich diese einleuchtende Philosophie sehr zu Herzen genommen.

In den letzten anderthalb Jahren baute er ein E-Commerce-Business mit einem Umsatz in sechsstelliger Höhe auf und veränderte sein Leben von Grund auf.

All das schaffte er durch den Verkauf eines einzigen Produkts.

Der Start von ganz unten

Scott ist 22 Jahre alt, ziemlich lebhaft, voller Energie und Selbstvertrauen. Während er spricht, springt er schnell von einem Thema zum nächsten, reißt verschiedene Ideen an, berichtet von verschiedenen Freunden und Erlebnissen und spricht offen über seine Momente des Zweifels. Man erkennt schnell, dass er große Pläne und Ziele hat und genau weiß, wie er am besten dorthin gelangt. Aber auch jetzt noch scheint ihn sein Erfolg zu überraschen. Es scheint fast so, als ob er noch immer darüber nachdenkt, wie das alles passieren konnte.

In Wirklichkeit war der Weg zu Scotts Erfolg alles andere als einfach. Vielleicht war es dieser hartnäckige Gedanke in seinem Hinterkopf, der ihn pushte, es einfach zu versuchen. Ohne diesen Gedanken hätte er wohl vieles so niemals erlebt.

Fangen wir aber von vorne an und gehen über ein Jahr zurück: Scott befindet sich in seiner Heimatstadt St. Louis im Bundesstaat Missouri, wo er als einfache Bedienung in einem Restaurant arbeitet. Er verdiente damals gerade einmal 1.000 Dollar im Monat und hasste seinen Job.

„Ich war in diesem Restaurant ganz unten in der Hierarchie. Gleichzeitig hasse ich es aber, wenn mir Leute sagen, was ich tun soll“, resümiert er. „Das alles gab mir jedoch viel Motivation. Ich wollte einfach da rauskommen und etwas Eigenes aufbauen.“

Er träumte oft von einer Zukunft, in der er von den Zwängen und Einschränkungen, die mit der Arbeit für andere einhergehen, befreit war. „Als ich noch als Bedienung arbeitete, fuhr ich mit meiner Freundin in den Urlaub. Währenddessen hatte ich diese Visionen darüber, wie verrückt es wäre, wenn ich dort vor Ort ganz einfach über mein Handy Geld verdienen könnte.“

Heute hat er eine Definition für das, was damals in seinem Kopf vorging. Er nennt es „ortsunabhängige Einkommensautomatisierung“. Diese Art von Arbeit würde es ihm ermöglichen, jederzeit und von überall aus Geld zu verdienen. Gleichzeitig sollte so viel Arbeit automatisiert werden, wie nur irgendwie möglich.

Dieses Verlangen nach Unabhängigkeit führte zunächst in Richtung Social-Media-Marketing. Er meldete sich für einen Online-Kurs an, der ihm die für die Gründung einer Social-Media-Agentur notwendigen Fähigkeiten vermitteln sollte.

Als er sich dann jedoch dem Ende des Kurses näherte und sich der Aussicht gegenüber sah, schon bald für Social-Media-Kunden zu arbeiten, fühlte sich Scott unwohl.

„Mir wurde angeboten, das Social-Media-Management für ein Luxus-Autohaus zu übernehmen. Nachdem ich jedoch das Angebot erhalten hatte, fühlte ich mich schrecklich“, erinnert sich Scott. Zu diesem Zeitpunkt fragte er sich, woher dieses unbestimmte Gefühl rühren mochte.

„Ich hatte das Bauchgefühl, dass mir die Arbeit im Bereich Social-Media überhaupt nicht gefallen würde“, sagt er.

Er wusste, dass sein Erfolg an seine Kunden gebunden sein würde und wie gut er deren Anforderungen erfüllen könnte. „Das war das Problem. Ich hätte erneut jemanden gehabt, der mir gesagt hätte, wie ich etwas zu tun hätte.“

„Es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass meine Leidenschaft im E-Commerce liegt. Wenn das also mein Traumjob war, warum sollte ich es nicht einfach selbst versuchen?“

Deciding to Doing Things Differently

Die Entscheidung, Dinge anders zu machen

Scott folgte seinem Traum und meldete sich für einen E-Commerce-Kurs an. Hier lernte er Schritt für Schritt, wie man mit Hilfe des Dropshipping-Modells einen Onlineshop auf Shopify gründet.

Dropshipping ermöglicht Entrepreneuren den Betrieb eines Onlineshops, ohne dafür in eigene Lagerbestände investieren zu müssen. Für Scott erschien dieses Modell als einfacher erster Schritt in die Welt des E-Commerce.

Im Rahmen des Dropshipping-Programms erhielt er auch Zugang zu einer Facebook-Gruppe, in der die Kursteilnehmer chatten und Ideen austauschen konnten.

Schnell erkannte er, dass es bei der ganzen Sache einen Haken gab.

Die Gruppe bestand aus 25.000 anderen Entrepreneuren.

Und alle folgten dem gleichen Modell, den gleichen Ratschlägen und den gleichen Tipps.

Das wiederum machte ganz automatisch 25.000 Leute zu seinen Wettbewerbern.

„Und das ist nur eine Gruppe“, unterstreicht Scott. „Ich nehme an, dass etwa 200.000 bis 500.000 Leute den gleichen Rat befolgen und die gleiche Art von Shop betreiben.“

Ihm wurde klar, dass er einen anderen Weg einschlagen musste. „Ich dachte mir, dass ich sicher einige der gelehrten Dinge beherzigen würde. Gleichzeitig war mir aber auch klar, dass ich mich irgendwie von den anderen 25.000 Leuten absetzen musste.“

Die Bücher, die alles veränderten

Die erfolgreichsten Menschen im Leben sind auch begeisterte Leser. Oft machen sie es sich zur Aufgabe, mindestens ein Buch pro Woche zu lesen. Diese Menschen erkennen die Kraft guter Bücher, ihr Wissen zu erweitern und ihnen eine Welt zu zeigen, die man sich sonst nie hätte vorstellen können.

Für Scott gab es drei Bücher, die etwas Großes in ihm auslösten:

  • Insanely Simple von Ken Segall
  • The One Thing von Gary Keller
  • Made in America von Sam Walton, dem Gründer von Walmart

Diese Bücher halfen ihm, seinen Ansatz zu ändern und die Weichen für seinen unglaublichen Erfolg zu stellen.

Sowohl Insanely Simple als auch Just One Thing legen Wert darauf, das Unnötige zu eliminieren und die Dinge einfacher zu machen. Die Kernaussage: Wenn man sich auf eine Sache konzentrieren kann, dann kann man diese Sache auch wirklich gut.

Diese Botschaft fand großen Anklang bei Scott, der mit der Philosophie in seinem Dropshipping-Kurs nicht einverstanden war. Hier wurde gelehrt, dass ein allgemein ausgerichteter Onlineshop mit verschiedenen Artikeln für verschiedene Zielgruppen der beste Ansatz für E-Commerce-Anfänger sei.

„Letztlich ging es hier um den klassischen Gemischtwarenladen, der mir aber nie wirklich einfach erschien. Es kam mir vor, wie eine unzusammenhängende Sammlung von Produkten. Das wiederum würde es den Leuten einfach machen, schnell wieder zu gehen. So würde ein potenzieller Kunde in den Shop kommen, auf das eine oder andere Produkt klicken, dann das Interesse verlieren und wieder von dannen ziehen.“

Scott fand auch Inspiration bei Sam Walton, dem Gründer von Walmart. „Ich las dieses Buch von Sam Walton über seine Preisstruktur. Es ging darum, wie er seinen Preis festlegte, indem er seine Konkurrenz beobachtete und sie dann unterbot.“

Dem Rat in diesen drei Büchern folgend entschied Scott, dass der nächste Schritt darin bestand, das Unnötige zu eliminieren und sich auf die Vereinfachung der Dinge zu konzentrieren.

„Ich habe diese beiden Philosophien kombiniert und einen Shopify-Shop mit einem einzigen Produkt aufgebaut“, sagt er. In Sachen Preisgestaltung wollte er sich seine Konkurrenz genau ansehen und sie dann, so wie sein Vorbild Sam Walton, beim Preis unterbieten.

Der Weg zur Ein-Produkt-Website

Wenn du ein E-Commerce-Business mit nur einem einzigen Produkt betreiben möchtest, solltest du sicherstellen, dass das von dir ausgewählte Produkt auch wirklich gut ist.

Aber wie wählst du das perfekte Produkt für deinen Onlineshop aus?

Scott befolgte einige goldene Regeln für seinen Shop.

„Ich würde niemals ein Produkt verkaufen, das ich bei Walmart oder einem ähnlichen Durchschnittsgeschäft, bekommen könnte. Ich setze auf Spontankäufe.“

Und Regel 2?

„Man muss ein Produkt finden, das die meisten Menschen noch nie zuvor gesehen haben und das sich zudem gut für ein Video eignet. Vor allem am Anfang sollte man nicht mit einem langweiligen Produkt anfangen. Man braucht etwas, was wirklich Spaß macht.“

Dropshipping Scott Hilse

Um seine Produktauswahl einzuschränken, dachte er zunächst über das Marktpotenzial nach. Was gibt es, das viele Leute haben? Was gibt es, das sie jeden Tag verwenden?

Ein Produkt hob sich für Scott ab. Es ist etwas, das Millionen von Menschen jeden Tag in ihren Taschen herumtragen und in ihren Händen halten. Es ist ihr iPhone.

 „Ich entschied mich für eine Nische, die riesig war. Ich meine, wie viele Menschen auf der Welt haben ein iPhone? Das sind Millionen!“, sagt Scott.

(Tatsächlich sind es allein in den USA rund 90 Millionen.)

Scott wusste, dass sein Produkt unkompliziert und widerstandsfähig sein sollte. Außerdem sollte es zu einem niedrigen Preis zu haben sein.

Er schloss elektronisches Zubehör wie Kopfhörer und Ladegeräte aus und richtete seine Aufmerksamkeit stattdessen auf iPhone-Hüllen.

Bei der Auswahl einer Hülle suchte Scott nach einem Modell, das wirklich nützlich war und nicht wie ein Gimmick wirkte. „Ich habe eine iPhone-Hülle gesehen, auf deren Rückseite sich ein unechtes Chicken-Nugget befand. So etwas kam für mich nicht in Frage“, sagt er lachend.

Nachdem er die für ihn perfekte Handy-Hülle gefunden hatte, recherchierte er und fand heraus, dass zwei andere große Marken ein ähnliches Produkt verkauften. Seine anfängliche Sorgen verflogen jedoch ziemlich schnell. Nach etwas mehr Recherche fand er heraus, dass die beiden Anbieter seit fast einem Jahr kein aktives Marketing mehr betrieben. Außerdem zeigten schon die ersten Kommentare, dass die Leute von der Idee seines Produkts begeistert waren.

Es war die perfekte Gelegenheit für ihn, den Markt mit einem neuen Angebot aufzurollen.

Über Oberlo fand er einen Online-Lieferanten für das Produkt und integrierte es in seinen Shop. Natürlich setzte er dabei den Preis niedriger als bei seiner Konkurrenz an.

„Sie verkauften es für 20 Dollar. An dieser Stelle kam dann Sam Waltons Buch ins Spiel. Ihr Preis lag also bei 20 Dollar, aber der Einkaufspreis von meinem Lieferanten belief sich auf gerade einmal 2–3 Dollar. Also dachte ich mir, dass ich einfach Sam Waltons Trick anwenden und einen Preis von 10 Dollar plus 2,95 für den Versand ansetzen könnte. Mein Reingewinn lag also bei ca. 7 Dollar.

Als nächstes Begann er mit dem Design seines Onlineshops. Er entschied sich für das kostenlose Shopify-Theme „Jumpstart“, das für Unternehmen mit einem überschaubaren Produktangebot entwickelt wurde. Es war perfekt für eine Website mit nur einem einzelnen Produkt. Scott entfernte alles Unnötige und reduzierte seinen Shop auf eine einzige Landingpage. Er wollte ausschließen, dass irgendetwas auf der Website die Leute ablenken könnte. Sie sollten nach unten scrollen und auf „In den Warenkorb“ klicken – ohne Umwege.

Nun war er startklar.

Er schaltete seine Website live und begann sofort mit Facebook-Werbung.

Scotts erste Strategie war es, Facebook-Werbung mit einem lustigen Erklärvideo zu betreiben. Er hatte seine Anzeige eingerichtet, um möglichst viele Interaktionen für den Post zu generieren. Das resultierte in einer großen Anzahl an Likes, Kommentaren und Shares.

Betrachter des Videos interessierten sich für das Produkt und klickten sich zu seiner Website durch. Die wiederum hatte er so gestaltet, um Besucher schnell und effektiv zum Kauf zu bringen.

Es dauerte nicht lange, bis die Kasse zum ersten Mal klingelte. Sein erster Verkauf.

Dann zwei Verkäufe und dann drei … dann vier.  

Scott war aus dem Häuschen. Das Ganze funktionierte tatsächlich. Er setze mehr Budget für seine Anzeigen ein und hoffte, dass er so noch mehr Absatz erzielen würde.

Aber Scotts Werbestrategie war auf Likes und Kommentare anstatt viele Verkäufe optimiert. So verlangsamte sich trotz der höheren Ausgaben schließlich der Umsatz.

„Ich fing an, Geld zu verlieren. Ich flippte aus und beendete erst einmal alles.“

Scott stoppte seine Anzeigen, wodurch auch keine Verkäufe mehr hereinkamen.

Diese vier ersten Verkäufe fühlten sich großartig an, keine Frage. Er wusste jedoch nicht, was er als nächstes tun sollte.

Außerdem hatte Scott jetzt größere Pläne. Er war im Begriff, seine sieben Sachen zu packen und an das andere Ende des Landes zu ziehen.

Also schloss er die Website und legte alle seine Ideen auf Eis.

Für den Moment.

This Entrepreneur’s Simple Formula for Success

Umzug in die große Stadt (oder die Uber-Periode)

Seit er 10 Jahre alt war, träumte Scott von einem Leben in Los Angeles. Seine Sehnsucht begann mit dem Film „Lords of Dogtown“, dessen Darstellung der entspannten Strandkultur der Stadt ihn stark inspirierte. In den folgenden 11 Jahren drehten sich seine Gedanken ständig darum, dorthin zu gelangen.

So packte er im Sommer 2017 seine Sachen in St. Louis und fuhr in Richtung Westküste. In LA fand er sich schnell im trubeligen Stadtleben wieder.

Er zog in ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, wofür er ganze 1.300 Dollar pro Monat bezahlen musste. Um über die Runden zu kommen, begann er, als Uber-Fahrer zu arbeiten und die verschiedensten Menschen durch die geschäftige Metropole zu fahren. Ihm gefiel die Idee, als sein eigener Chef und nach seinem eigenem Zeitplan zu arbeiten. Aber die Realität sah dann doch etwas anders aus. Rückblickend resümiert er: „Ich wusste eigentlich nicht, was ich tat und habe nur eine ganze Reihe verschiedener Dinge ausprobiert.“

Er stellte schnell fest, dass Ihm die Arbeit als Uber-Fahrer nicht glücklich machte. „Drei Monate nach meinem Umzug nach LA fahre ich also für Uber und merke, dass es schrecklich ist“, sagt er.

Während der ganzen Zeit ließ ihn sein Traum der „ortsunabhängigen Einkommensautomatisierung“ nicht los. Dabei stand eines fest: Diese Uber-Geschichte brachte ihn kein Stück näher an sein Ziel.

So erinnerte er sich an den Shop für seine iPhone-Hülle, den er in St. Louis gestartet hatte. Vielleicht hatte er ja doch die richtige Idee.

„Ich überlegte, diese alte Website einfach wiederzubeleben und zu sehen, was passiert“, sagt er.

Zeit für einen Relaunch!

Diesmal wollte Scott sicherstellen, dass er alles richtig macht. Er verbrachte Stunden mit der Recherche zum Thema Facebook-Anzeigenstrategien, um herauszufinden, was beim letzten Mal schief gelaufen sein könnte.

Nach einiger Zeit war es dann soweit: Er erweckte seinen Onlineshop zu neuem Leben.

Scott war nach wie vor vom Potenzial seiner iPhone-Hülle überzeugt. Und so schaltete er seine Website zum zweiten Mal mit dem gleichen Produkt live.

Er war der Meinung, dass der Schlüssel zu seinem Erfolg in der Optimierung seiner Website lag. Er wollte sicherstellen, dass der Trackingpixel von Facebook so viele Daten wie möglich sammeln könnte. Dieser Pixel, der eine Codezeile auf der Website ist, kann verfolgen, wer deinen Shop besucht. Anhand dieser Information kannst du ein Profil der Personen erstellen, die an deinem Produkt interessiert sind. Mit diesem Profil kannst du dann Facebook-Werbung schalten, die besonders zielgerichtet und extrem wirksam ist. Es ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Facebook-Marketing.

Bereits während des ersten Anlaufs mit seinem Shop hatte Scott begonnen, wertvolle Informationen über sein Website-Publikum zu sammeln. Als er dann die Bewerbung auf Facebook erneut aufnahm, konnte er die Daten seines Pixels nutzen, um ein stark affines Publikum anzusprechen.

Scott fuhr immer noch für Uber, behielt aber während seiner Fahrten immer sein Handy im Auge, um sein Business zu überwachen.

Es lief langsam an, aber er machte Fortschritte und generierte die ersten Verkäufe. Das beste daran: Es fühlte sich großartig an, etwas ganz eigenes aufzubauen.

„Ich hatte vier Verkäufe an einem Tag und fand das schier unglaublich“, lacht er rückblickend.

Als die Verkäufe anzogen, begann er sich jedoch um die Nachhaltigkeit seines Geschäftsmodells Sorgen zu machen. Er wusste, dass es zwei große Unternehmen gab, die ein ähnliches Produkt verkauften. Beide verfügten über genügend Marketingbudget, um ihn und sein noch junges Business aus dem Markt zu drängen.

Er dachte: „Vielleicht sollte ich einfach ein anderes Produkt ausprobieren. Mehr als die 400 Dollar werde ich bestimmt nicht rausholen können.“

Zu diesem Zeitpunkt war es November 2017 und der Betrieb seines Shops lief einige Monate. Die Situation in Los Angeles wurde jedoch schwierig für ihn. Er sah sich mit einer erheblichen Mieterhöhung konfrontiert und hasste nach wie vor seinen Uber-Job. So beschloss er angesichts der bevorstehenden Feiertage seine Sachen zu packen und zurück nach Hause zu ziehen.

Die Fahrt zurück nach St. Louis würde 5 Tage dauern. „Als ich zurückfuhr, lag ich bei 10–15 Bestellungen pro Tag und dachte, das sei ziemlich verrückt“, sagt er.

Als er schließlich in St. Louis ankam, schaute er auf sein Handy. Er hatte an diesem Tag 189 Dollar eingenommen.

Aber dann ging es erst richtig los. Scott steckte weitere 440 Dollar in Anzeigen. Als er am nächsten Morgen aufwachte, hatte er bereits 650 Dollar Umsatz gemacht. Ein paar Stunden später waren es bereits 890 Dollar.

„Ich dachte mir nur, dass das ein guter Tag werden würde.

Ich holte meinen Kumpel Logan ab, mit dem ich aufgewachsen bin. Ich schlug vor, in das beste Restaurant zu gehen und den ganzen Tag lang einfach richtig Spaß zu haben!

Währenddessen schaute ich erneut auf mein Handy und sah, dass ich schon bei 1.200 Dollar Umsatz lag. Wenig später waren es dann 1.400 Dollar. Am Ende des Tages lag mein Umsatz schließlich bei 1.648 Dollar – und das mit einer iPhone-Hülle. So verdiente ich insgesamt ca. 900 Dollar an einem Tag, an dem ich eigentlich nur Spaß hatte. Das hat mich umgehauen.“

All das geschah im Dezember. Auch jetzt im Juli, sieben Monate später, ist Scotts Absatz so stark wie eh und je. „Ich mache immer noch zwischen 500 und 1200 Dollar pro Tag. Es ist fast ein Jahr später und ich verkaufe immer noch das gleiche Produkt.“

Die Weichen auf Erfolg gestellt

Sein E-Commerce-Erfolg mit dem Verkauf von nur einem einzigen Produkt erschien sogar Scott selbst manchmal überraschend.

„Als ich 100 Bestellungen erhielt, war ich mir nicht sicher, ob ich noch viel mehr verkaufen würde. Als ich die Marke von 1.000 Verkäufen erreichte, dachte ich mir, dass jetzt so langsam die Luft raus sei. Als ich dann die 5.000 sprengte, war ich mir fast sicher, dass ich nicht viel mehr verkaufen könne. Und jetzt liege ich schon bei 9.000 verkauften Exemplaren. Ich weiß selbst nicht, wann das Limit hier erreicht ist.“

Scott glaubt aber fest an die Kraft seines Ansatzes, und dass es für neue Entrepreneure das Beste ist, die Dinge einfach zu halten.

Wie schon Ken Segall in seinem Buch Insanely Simple sagt:

„Die Realität ist, dass zu viele Entscheidungen die Leute oft in Verwirrung bringen.“

Dank seines großen Erfolgs hat Scott die Aufmerksamkeit einiger Entrepreneur-Schwergewichte auf sich gezogen. So wurde z. B. Tai Lopez, der berühmte Business-Guru, auf Scotts rasanten Aufstieg aufmerksam.

„Tai Lopez nahm Kontakt zu mir auf. Er sendete mir eine Nachricht auf Facebook und fragte, ob ich in seiner Gruppe der absoluten Top-Performer mit 300 auserwählten Mitgliedern dabei sein möchte. Er lud uns alle in sein 30 Millionen Dollar teures Anwesen in Beverly Hills ein. Also flog ich kurzentschlossen hin. Insgesamt waren wir 10 Leute und hatten alle gemeinsam ein tolles Abendessen, dass gute vier bis fünf Stunden dauerte.“

Jetzt nutzt Scott seine Fähigkeiten und Erfahrungen, um anderen beizubringen, wie sie ihre eigenen E-Commerce-Shops mit dem Ein-Produkt-Modell aufbauen können. Gerade erst ist er von einer Reise quer durch die USA zurückgekehrt, während der er sich mit vielen anderen Entrepreneuren traf, um sein Programm „Simplified Dropshipping“ zu bewerben. Seine Botschaft sei einfach: „Meinen Erfolg habe ich nur einem einzigen Produkt zu verdanken.“

4 Faktoren der Ein-Produkt-Strategie für Erfolg im E-Commerce

  • Keine Angst, anders zu sein. „Ich würde nicht den durchschnittlichen Shop mit vielen verschiedenen Produkten empfehlen. Mein Favorit ist das Ein-Produkt-Format. Ich habe meinen ganzen Shop in zwei Stunden erstellt. Für alle anderen Dinge habe ich 4 Stunden gebraucht. Seitdem habe ich die Website kein bisschen verändert. So etwas lässt sich also in vier bis sechs Stunden komplett einrichten.“
  • Einfachheit und Geduld. Besonders zu Beginn, wenn es darum geht, dein Publikum zu verstehen, solltest du die Dinge einfach halten. Scott sagt dazu: „Mein Ratschlag ist, das billigste Produkt zu verkaufen, das man in seinem Nischenmarkt finden kann. Es sollte so gestaltet werden, dass man zumindest etwas Geld verdient. Während dann Verkäufe generiert werden, wird auch der Facebook-Pixel mit Daten gefüttert und die E-Mail-Liste wachsen. So wird auch das Selbstvertrauen gestärkt und der Ball kommt ins Rollen.“
  • Optimierung der Website für Facebook. Beim Ein-Produkt-Modell geht es darum, deinen Facebook-Pixel beizubringen, für wen du deine Anzeigen optimieren sollst. „Wenn es nur ein einziges Produkt gibt, haben die Benutzer nicht viel Wahl: Sie können entweder kaufen oder die Seite verlassen – und das ist gut für den Pixel.  Man kann seinen Prozess damit wirklich auf diese eine Sache ausrichten, den Verkauf.“
  • Lookalike-Zielgruppen sind Gold wert „Von Anfang an war es mein Hauptziel, eine Lookalike-Zielgruppe auf Basis der Käufer zu erstellen. Der einzige Weg dorthin: Man muss mindestens 100 Verkäufe verzeichnen. Diese Grenze war mir bewusst und damit mein erklärtes Ziel. Als ich dann endlich die 100 Verkäufe erreichte, änderte sich alles.“

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