Das Thema Dropshipping ist in Deutschland gefragt wie nie. Die Alternative zum konventionellen Handel bietet vielen Unternehmern einen schnellen Einstieg in den E-Commerce und damit in die Selbstständigkeit.

Der Start kann dabei ohne großes Kapital und nebenberuflich erfolgen. Klingt nach dem perfekten Geschäftskonzept? Ist es auch. Doch auch, wenn die Risiken gering sind, gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten, die wir auf keinen Fall verschweigen wollen. Das betrifft vor allem die Haftung und steuerrechtliche Handhabe beim Streckengeschäft.

Deshalb möchten wir diesen Beitrag dazu nutzen, um dir alles Wissenswerte rund um das Thema Dropshipping in Deutschland zu vermitteln. Lass uns am besten direkt loslegen!

Warte nicht darauf, dass jemand anderes es tut. Stelle dich selbst ein und nimm das Heft in die Hand.

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Dropshipping in Deutschland: Ein Trend, der nachhaltig ist

Auch wenn es nicht so scheint, aber das Dropshipping ist keinesfalls neu. Es stammt aus dem Kataloggeschäft, als Händler noch in steter Regelmäßigkeit Prospekte von Herstellern an ihre Endkunden verschickten, und ist damit ein gutes Stück älter als der E-Commerce.

Mit dem Boom des Onlinehandels hat das Dropshipping jedoch eine neue Wachstumsdynamik entwickelt – auch in Deutschland. Das zeigt ein Blick in Google Trends. Mit dem kostenlosen Dienst des Konzern-Riesen aus Mountainview lässt sich das Interesse an einem Thema seit 2004 zurückverfolgen. Für den Begriff „Dropshipping“ zeigt sich ganz eindeutig, dass das Geschäftskonzept seit kurzem gefragter ist als jemals zuvor.

Dropshiping Deutschland - Google Trends

Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung eine nachhaltige ist. Warum? Weil sich das Nutzungsverhalten spätestens mit der Pandemie zum Online-Einkauf hin entwickelt hat. Kunden schätzen den Komfort und das reichhaltige Angebot des E-Commerce. Gleichzeitig werden die gängigen Shopsysteme immer ausgefeilter. Die Anbindung eines Dropshipping-Anbieters war nie einfacher, was nicht zuletzt daran liegt, dass es auch auf Anbieterseite immer mehr Auswahl gibt. So entdecken immer mehr Unternehmer in Deutschland und der Welt das Dropshipping für sich.

Wie funktioniert Dropshipping?

Das Grundkonzept des Dropshippings ist schnell erklärt. Im Prinzip fungierst du als Händler als eine Art Mittler, der Produkte in seinem Onlineshop präsentiert und den Besuchern eine Bestellmöglichkeit bietet. Geht eine Bestellung in deinem Shop ein, wird diese automatisch an den Dropshipping-Anbieter weitergeleitet. Dieser entnimmt den Artikel aus seinem Lager und versendet ihn an den Besteller. Mit der Bestellabwicklung hast du demzufolge nichts zu tun.

Da weder Transport noch Lagerung in deine Zuständigkeit fallen, eignet sich Dropshipping in Deutschland vor allem für kleine Händler. Der Shop kann theoretisch als Ein-Mann-Projekt starten und eignet sich bestens dafür, nebenbei Geld zu verdienen. Mit Systemen wie Shopify hast du im Handumdrehen einen eigenen Shop gebaut, der schon nach wenigen Tagen online sein kann und für gewöhnlich keinerlei Programmierkenntnisse erfordert.

Dropshipping in Deutschland

Vorteile von Dropshipping

  • Bestellabwicklung durch Dritte
  • Keine Lagerkosten
  • Wenig Startkapital notwendig
  • Auch ohne technisches Vorwissen umsetzbar
  • Stetig wachsende Produkt- und Anbieterauswahl

Lesetipp: AliExpress Dropshipping: Der ultimative Guide 2022

Anbieter für Dropshipping in Deutschland finden: Die besten Tipps

Dropshipping-Anbieter in Deutschland gibt es viele – und es werden immer mehr. Da sich bei näherer Betrachtung die Spreu vom Weizen durchaus trennt, ist es wichtig, den Überblick zu behalten und gute von weniger guten Anbietern zu unterscheiden. Hier deshalb die besten Tipps, wie du einen geeigneten Dropshipping-Anbieter finden kannst.

Nutze nur Dropshipping-Anbieter ohne Mindestbestellmengen

Das weiter oben beschriebene Konzept des Dropshippings funktioniert nur dann, wenn die Ware erst versandt wird, nachdem sie bestellt wurde. Das wiederum ist nur möglich, wenn du für dein Business einen Anbieter wählst, der keine Mindestbestellmengen voraussetzt. Andernfalls musst du eine bestimmte Menge X vom Händler abnehmen, für die du in Vorkasse gehen und Lagerkapazitäten bereitstellen musst. Auf die Art gehen dir diverse Vorteile des Dropshippings in Deutschland verloren.

Werde selbst zum Besteller

Kundenservice ist für ein florierendes Dropshipping-Business ausschlaggebend. Um sicherzugehen, dass alle Prozesse deine Shops reibungslos vonstattengehen, solltest du selbst bestellen und deine Leistungen testen: Funktionieren alle Zahlungsmethoden wie gewollt? Landen Bestell- und Zahlungsbestätigung auch nicht im Spam? Wie lange dauert der Transport und erfüllt der Artikel letztlich die Erwartungen, die dein Shop schürt? Auf alle diese Fragen erhältst du dann eine Antwort.

Behalte die Konditionen und Anbieter im Blick

Der Dropshipping-Markt ist ständig in Bewegung, deshalb raten wir, die Augen offen und diesen im Blick zu behalten. Nur weil du einmal einen Anbieter mit guten Konditionen gefunden hast, muss das nicht heißen, dass dieser die Preise seiner Produkte nicht irgendwann anzieht. Außerdem können neue Dropshipper auf der Bildfläche erscheinen, die dir ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis bieten können.

Vor allem zu Beginn solltest du auf etablierte Händler setzen

„Was lange währt, wird gut“, gilt auch beim Dropshipping. Gerade wenn du noch neu im Geschäft und gerade erst dabei bist, den Markt kennenzulernen, solltest du bei den Anbietern auf etablierte Größen setzen. Im Netz finden sich viele Anbieter-Vergleiche und Erfahrungsberichte, die dir als Quelle für deine Suche dienen können. Oft bieten namhafte Dropshipper nicht nur die meiste Seriosität, auch die Produktauswahl ist in der Regel größer.

Haftung und Retour bei Dropshipping in Deutschland

Dass die Bestellung in deinem Shop einfach an den Dropshipping-Anbieter durchgereicht wird, bietet wie weiter oben schon erwähnt eine ganze Reihe von Vorteilen. Bedenken solltest du jedoch, dass du beileibe nicht alle Rechte und Pflichten an den Hersteller abtrittst. Genau aus diesem Grund musst du deinen Dropshipping Partner mit Bedacht wählen und größten Wert auf dessen Zuverlässigkeit legen.

Für gewöhnlich weiß der Käufer nicht, dass für die Durchführung seiner Bestellung ein Dropshipper zwischengeschaltet ist. Ergo wird er sich bei Mängeln am Produkt, Trabsportschäden an der Verpackung oder im Falle einer zu späten Lieferung an dich als Händler wenden. Du wiederum hast eventuell die Möglichkeit, den Hersteller im Falle von Mängeln in Regress zu nehmen. Deshalb sollte unbedingt geklärt sein, wie du dich im Schadensfall an diesen wenden kannst.

Damit ein Artikel zum Händler zurückgeht, muss er aber noch lange nicht kaputt sein. Retouren können auch völlig grundlos entstehen, allen voran im Zuge des Widerrufsrechts, das dem Käufer auch im Falle des Dropshippings aus Deutschland zusteht. Wie mit Rücksendungen zu verfahren ist, musst du deshalb ebenfalls mit deinem Dropshipping-Partner abstimmen.

Erfahrungsgemäß ist die Kommunikation mit inländischen Herstellern sehr viel einfacher. Wobei mittlerweile auch viele namhafte Hersteller aus Übersee ein Logistikzentrum in der EU haben und einen deutschen Kundendienst bieten.

Dropshipping Deutschland: Steuern und Zollgebühren

Auch bei den Dropshipping Steuern gibt es ein paar Dinge zu beachten. Gleiches gilt für Zollgebühren. Deshalb haben wir dir die wichtigsten Infos im Folgenden einmal zusammengefasst.

Disclaimer

Auch wenn wir die Inhalte dieses Beitrages zuvor gründlich recherchiert haben, kann der nachfolgende Text keine professionelle Rechtsberatung ersetzen. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Haftung. Sollten zu steuerrechtlichen Fragen Unsicherheiten deinerseits bestehen, empfehlen wir dir, einen Anwalt zu kontaktieren.

Einkommenssteuer

Auch Unternehmen, die Dropshipping in Deutschland betreiben, unterliegen der Einkommenssteuerpflicht. Das Einkommenssteuergesetz (EstG) und die Abgabenordnung (AO) bilden hierfür die entsprechende Rechtsgrundlage. Demnach ist jeder Einzelunternehmer mit Sitz oder dauerhaftem Aufenthalt in Deutschland dazu verpflichtet, seine Gewinne in Deutschland zu versteuern – unabhängig davon, wo diese generiert wurden. Eine Reihe von Betriebsausgaben können den Gewinn mindern und damit auch die Steuerlast senken. Dazu zählen:

  •       Büromaterial
  •       Fachliteratur
  •       Telefon-, Porto- und Internetkosten
  •       Fortbildungen
  •       Abschreibungen
  •       abziehbare Vorsteuer
  •       Personalkosten

Für die Einkommenssteuer gilt einen Freibetrag in Höhe von 9.744 Euro (Stand 2021). Wird dieser nicht überschritten, fällt keine Einkommenssteuer an. Da sich die Einkommenssteuerfreiheit aber auf die Summe aller Einkünfte bezieht, nicht nur auf die Gewinne, die du vielleicht nebenbei durch dein Dropshipping-Gewerbe erzielst, wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach Einkommensteuer zahlen müssen.

Umsatzsteuer

Neben der Einkommenssteuer ist auch das Umsatzsteuergesetz (UstG) steuerrechtlich relevant. Dropshipping ist ein sogenanntes Streckengeschäft nach § 3 VI S. 5 UstG.

Laien stellt sich womöglich die Frage, wer denn für die Abführung der Umsatzsteuer zuständig ist - du als Händler oder dein Dropshipping-Partner als Hersteller?

Was viele Dropshipping-Händler nicht wissen, ist, dass es bei der Zuständigkeit nicht um den Transportweg der Ware, sondern um den Rechnungsweg geht. Da die Rechnung von dir als Händler verschickt wird, musst du auch die Umsatzsteuer einziehen und abführen. Dabei gilt der Mehrwertsteuersatz in Deutschland, der regulär 19% beträgt. Für Güter des täglichen Bedarfs, Bücher, Speisen in der Gastronomie und einige weitere Artikel gilt ein reduzierter Satz von 7%.

Unter Umständen kannst du von der Umsatzsteuerpflicht befreit werden. Im Vergleich zum Freibetrag bei der Einkommenssteuer ist es auch sehr viel wahrscheinlicher, dass diese Befreiung zum Tragen kommt. Vor allem wenn du dein Dropshipping-Business im Nebenerwerb betreibst, kannst du von der sogenannten Kleinunternehmerregelung im Sinne des §19 UstG profitieren. Solange dein Jahresumsatz unter 22.000 Euro liegt (Stand 2021), musst du demnach keine Umsatzsteuer abführen.

Zollgebühren

In Punkto Dropshipping Zoll gibt es seit 01.07.2021 eine Gesetzesänderung, die jeder Händler kennen sollte. Doch der Reihe nach: Bis zum 30.06.2021 gab es die sogenannte Zollfreigrenze. Demnach fiel für Artikel mit einem Warenwert von bis zu 22 Euro keine Einfuhrumsatzsteuer an. Mit dem 01. Juli 2021 wurde diese Regelung aufgehoben.

Das ist für Händler, die Dropshipping über einen Partner außerhalb der EU betreiben, zunächst mal eine schlechte Nachricht, da nun auch bei geringwertigen Produkten Zollgebühren anfallen würden. Gleichzeitig macht es Dropshipping-Anbieter innerhalb der EU attraktiver, da für diese weiterhin Zollfreiheit herrscht. Von den kürzeren Versandwegen und Lieferzeiten mal ganz zu schweigen. Bedingt durch niedrigere Produktionskosten ist es aber immer noch so, dass Anbieter aus China, Indien & Co. häufig billiger sind. Welches Kriterium – Preisvorteile oder kurze Lieferzeiten – für dich die größere Rolle spielt, musst du selbst abwägen.

Dropshipping Deutschland: Produkte finden mit Oberlo

Wie du siehst, herrscht beim Dropshipping auch in Deutschland eine regelrechte Goldgräberstimmung. Die Systeme werden ausgefeilter und das Angebot immer reichhaltiger. Dennoch gibt es vor allem aus rechtlicher Sicht ein paar Dinge, die du beachten und wegen denen du deinen Dropshipping-Anbieter umso sorgfältiger wählen solltest. Oberlo hilft dir dabei!

Mit Oberlo kannst du ganz einfach und kostenlos neue Produkte von Dropshippern aus aller Welt finden und in deinen Shop einbinden. Probier’s aus!

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